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Dienstag, 1. Dezember 2009

Moving to L.A. (oder so...)


Zum Ausgleich für die letzte Woche fange ich diesmal mit einem spirituellen Bild an...

Nachdem die letzte Woche ein wenig negativer klang(zumindest subjektiv) hatte ich in der letzten Woche eine kleine Atempause. Dies war auch nötig, denn in der Zeit ärgerte ich mich leider ein wenig mit meiner Entsendeorganisation herum, die anscheinend nicht verstand, dass es für mich ein wenig problematisch ist, 6 Monate alte Kontoauszüge von nicht mehr existenten Konto zu beschaffen. Aber lassen wir dies hinter uns…alles ist eins, wie der Buddhist so schön sagen würde.
Abgesehen davon brachte die letzte Woche mir einen (hoffentlich) temporären Umzug von ungesicherten, prekären Wohnverhältnissen in romantische prekäre.
Also genau das richtige Maß an Dreck, um es mit „The Beach“ aufzunehmen und jeden Luxusverachtenden Hardcore Backpacker zu erfreuen und genug, um abends zu versuchen, möglichst lange woanders zu sein – es ist gut für Überstunden;)
Wie kommt es zum kurzfristigen Umzug? Nun, mein Zimmer im „Laundry 88“ (was übrigens uneingeschränkt zu empfehlen ist!) war leider ab dem 29. November wieder belegt. Deswegen musste ich dann auch raus. Da aber meine neue Wohnung(hoffentlich) erst ab dem 2. oder 4. Dezember frei ist, musste eine Zwischenlösung her, was ich nicht wirklich das ‚going native‘ erproben wollte.
Meine Wahl fiel(aus Gründen der Bequemlichkeit) auf eins der zahlreichen Guest Houses in meiner Straße und (aus Gründen der Finanzierung) auf ein bestimmtes über einem italienischen Restaurant. Es ist ein einfaches Zimmer mit Bad und Ventilator(was bei den jetzigen lauschigen Temperaturen von lächerlichen 32° reicht) und Bett und Stuhl. Was fehlte, sollte ich erst zu spät bemerken…
Nun ja, da Bangkok auch für Leute wie mich gefährlich verführerisch ist, habe ich mittlerweile doch viel mehr Zeug als ich brauche(ich glaube in weniger als 3 Monaten Bangkok habe ich mir mehr neue Klamotten gekauft als min 3 Jahren Marburg) und so war leider doch nicht alles in einem Gang zu schaffen. Wenigstens bot ich den Leuten auf der Straße ein Schauspiel und manchen bestimmt auch noch etwas Gewinn, denn ich schwöre, sie haben gewettet, wie viele Tüten ich beim nächsten Mal trage;)
Aber durch Autosuggestion(„Sie lachen immer MIT Dir..“) war ich dann doch nach 3 Mal gehen fertig und konnte meine Sachen auspacken – dachte ich.
Denn: auspacken geht nicht wirklich in einem Zimmer in dem der Schrank fehlt und in dem ich darauf achte, immer etwas zwischen meinen Sachen und dem Boden liegen zu haben…
Ein paar Dinge wie Handtuch und mein (wahrscheinlich nie wieder benutztes) Sakko konnte ich auf meine Wäscheleine über dem Bett hängen, die aus einem missbrauchten Internetkabel und meinen Knotenkünsten besteht , der Rest ist in strategischen Häufchen und Türmen auf dem Boden verteilt – aber immer mit Untersetzer.
Ich hätte eine perfekte Sicht nach draußen auf die Straße, wenn da nicht die Stahllamellen vor wären, aber wenigstens lassen sie Luft rein(und Mücken wie ich gemerkt habe – 6 Stiche in einer Nacht ist Rekord J ) und durch meine Anbindung an „Kenny’s Guest House“ direkt nebenan und dem „Budget Hilton“ in direkter Nähe habe ich einen guten Einblick in das Leben der britischen Sexpats und thailändischem Techno genießen können. Übrigens riecht italienisches Essen gar nicht so gut, wie viele behaupten…vielleicht ist es aber auch nur die Mischung mit den Düften in meinem Zimmer.
Als Ersatz für einen Spiegel im Bad habe ich eine schicke Neonröhre bekommen und in Kombination mit der Lampe unter der Decke habe ich auch tatsächlich genug Licht, um mit jedem Satz den ich lese, die verlorenen Dioptrien abzustecken;)
Falls mich übrigens irgendwelche Biologen besuchen wollen, beeilt Euch, bald verlasse ich meine Schimmelkultur im Bad;)
Aber erstaunlich gut habe ich trotzdem geschlafen, denn ich bin nicht mehr auf der Sonnenseite, das macht die Hitze des Tages viel(!) erträglicher… Und: ich bin wieder 5 Minuten näher an Goethe Institut, Lumpini Park und U-Bahn, wenn alles klappt ziehe ich das ächste Mal wieder 5 Minuten näher an alles. ich mal irgendwann mal eine Karte meiner Umzüge:)

What else? Hmm…Ah ja, ich war mal wieder in Ayuthaya! War auch das zweite Mal schön und dank meiner perfektionierten Organisation war es auch kein Problem, ganz alleine(also ohne Begleitung anderer Deutscher) den Trip zu organisieren und durchzuführen.
Den Zug haben wir gut bekommen, wieder ein TukTuk gemietet und ich hab es sogar hinbekommen, ganz unauffällig ein paar andere Sachen zu sehen.
So gab es diesmal den berühmten Buddhakopf in den Baumwurzeln(siehe oben), Elefanten von ganz nahem(aber ich bin nicht geritten!) und einen chinesischen Tempel mit dem ältesten großen Buddha Thailands.
Wieder hat mich die unheimliche Atmosphäre des Ortes eingefangen, wieder die merkwürdige Diskrepanz zwischen TukTuk Karren von einem Tempel zum anderen irgendwie irritiert und wieder war ich beeindruckt von der Alltagstauglichkeit des thailändischen Buddhismus. Es ist vollkommen normal, mitten im Gebet an sein Handy zu gehen, Fotos von allen Dingen zu machen(auch in Posen mit Peacezeichen) und es wird selbstverständlich überall gegessen und getrunken.
Andererseits habe ich auch die Grenzen der Toleranz gespürt: es wird nicht geduldet, wenn man ein Bild macht, bei dem man sich hinter eine kopflose Buddhastatue kniet, so dass man wie der Kopf der Statue aussieht, es wird auch nicht geduldet, dass man größer als der „eingewachsene“ Kopf des Buddha ist(man muss knien) und wird man mit solchen Bilder erwischt, wird man freundlich aufgefordert, diese zu löschen.
Auch schlechtes Benehmen ist es, an die Stelle einer Statue oder auf das Gleiche Bild zu gehen und die Pose nachzuahmen…ähnlich unpassend, wie vor einem Bild der Kreuzigung den gekreuzigten Jesus zu spielen. Und auch, wenn die Thais nichts sagen, heißt das nicht, dass man gerade nicht allen Respekt verloren hat und alle Vorurteile über die dummen und unkultivierten Farangs bestätigt hat.
Mir hat der Ausflug sehr viel Spaß gemacht, nur leider meiner burmesischen Begleitung scheinbar nicht…zu heiss und zu viel rumlaufen;) Na ja, nächstes Mal gehen wir wieder shoppen:)
Diese Woche freue ich mich auf meine Wohnung, auf das Open Air Kino, das am Mittwoch anfängt(mit Hanami) und auf das lange 3 Tage Wochenende zu Ehren des Königs Bhumipol! (Hoch soll er leben!), das ich vielleicht nutze, um nach Chiang Mai zu fahren(dauert 10 Stunden…).

Ansonsten bis bald und auch wenn es nicht viel Neues gibt, soll es doch ein paar Bilder geben und gute Laune für alle in die neue Woche…Dann erzähle ich was über Weihnachten;)


Das isser, der Riese...


In der verbotenen Erobererpose(aber es hat grad kein Thai geschaut;) )

Ganz entspannt im Hier und Jetzt, denn früher gab es hier nur Krieg...


Natürlich darf mein Lieblingsgott nicht fehlen:)

Extra für Imke: der dicke Buddha mit den Schweinen an seiner Seite

Und am Ende kommen doch Touristen...



So weltlich können Opfer sein - auch Götter sind nicht zu alt Winnie the Pooh!





Meine alte Heimat...man mag das Chaos verzeihen

Mein altes Bad


Mein jetziges Zimmer, Chaos aus Platzmangel, da war erst die Hälfte meiner Sachen hier;)

Mein neues Bad:)




Nachtrag: Gerade bin ich angerufen worden, dass ich morgen in meine neue Wohnung kann:)

Dienstag, 17. November 2009

On A Bridge Over Troubled Water and A Fond Farewell

Soo, was hat die letzte Woche gebracht? Ach ja, mein erstes Mal auf Dienstreise.
In den kalten Norden. Nach Khon Kaeng. Aufs Land. Konkret hieß das dann: nach Khon Kaeng: 3 Millionen Einwohner, bei erfrischenden 35°.
Neben heiß und anstrengend war es wirklich spannend und interessant, dem Botschafter bei der Abreit und beim Fliegen zuzuschauen. Aber ich greife vor;) Ich fange an dem Punkt an, an dem ich noch nichts wusste und noch harmlos der Dinge harrte: am Mittwoch Abend, am Ende der Ausstellungseröffnung von jung.de . Es war 19.30h, ein langer Tag ging zu Ende und wir verabschiedeten die letzten Schüler vom Buffet(für alle Freunde des dejá vues: deutscher Kartoffelsalat, Frikadellen und deutsches Brot…), die von Partnerschulen eingeladen waren um bei einem Quiz, einer Rallye und deutscher Musik die Ausstellung hier zu eröffnen. In besagter Situation saßen nun also die Organisatoren und Beteiligten Helfer noch mehr oder weniger zwanglos zusammen, lehnten sich vereinzelt zurück und Micha besprach mit Timo die Einzelheiten der Dienstreise am nächsten Tag:
M.L.: „Um wieviel Uhr fliegen wir dann?“
T.K.: „Um 07.15Uhr, also sollten wir dann so um 06.00Uhr da sein…Eine Stunde vorher sollte reichen.“
M.L.: „Okay,“(In meinem Kopf rattert der Rechner und der Wecker stellt sich auf humane 5 Uhr morgens) „Sag mal, wie ist denn so die Garderobe? Hemd? Müssen es lange Ärmel sein?“
T.K.(alle meine Hoffnungen zerschmetternd): „Ja, ich denke schon, sind ja doch ein paar offizielle Termine bei, Krawatte nicht unbedingt, aber langärmeliges Hemd schon…“
M.L.:“Gut, weiß ich bescheid? Gibt es am Suan Lum eigentlich auch Hemden?“

Gesagt getan, ich hatte mal wieder eine Mission: ein weißes Hemd musste her! Schnell! Günstig! Schick! 3 Wünsche auf einmal – schade, dass Ü-Eier hier so schnell schmilzen…
Um die Geschichte kurz zu halten – ja, es gibt am Suan Lum Hemden und ich war sogar so schnell, dass ich noch vor 21.00Uhr(20.50Uhr) bei meiner Reinigung/Wohnung war, um die gebügelte Hose abzuholen, so dass ich nicht nur oben sondern auch untenrum gut bestückt war:)
Ich stellte also den Wecker, packte meine 3 Teile(wie genügsam ich bin, zeigte der nächste Tag) trank meinen obligatorischen, re- und prähydrierenden 1,5 Liter Wassersnack für die Nacht und freute mich auf morgen…
05.00Uhr: Mein Wecker klingelt, ich schaffe es, ohne(!) snooze aus dem Bett, und stand um ca. 05.30Uhr auf der Straße, frisch geduscht, rasiert und in business auf der menschen- und taxileeren Straße. Das erste Taxi das kam, hatte zwar die rote Lampe an, die zeigt, das es frei sit, aber ich sah wohl zu sehr nach Auftragskiller aus;) um mich mitzunehmen, jeden falls fuhr er einfach vorbei…
Nummer zwei war mir dann aber wohler gesinnt und um 05.40Uhr fuhr ich nicht nur dem Flughafen, sondern auch der aufgehenden Sonne entgegen…
Um 06.00(ca. 10Minuten bevor ich da war) klingelte dann mein mobiler Begleiter und „Timo“ blinkte mich auf dem Display an…
M.L.: „Ja?“
T.K.:“Ähem, wo bist Du gerade?“
M.L.:“Auf dem Weg, bin gleich da.“
T.K.:“Ach so, na dann komm einfach her; dann schauen wir mal. Unser Flug ging nämlcih nicht um 7 sondern um 6…“
M.L.: „Oh….Bis gleich…“
Mit perfekter Aussicht auf unseren startenden Flieger kam ich dann am Flughafen an, fand auch schon Timo, der uns mittlerweile auf die Warteliste für den Flieger um 11.15Uhr hatte schreiben lassen.
Um 06.15 am Flughafen war dann also unsere Perspektive, um 10.45Uhr wieder zum Schalter zu gehen und irgendjemandem etwas an den Hals zu wünschen, was schwerwiegend genug war, ihn daran zu hindern, seinen Flug zu erreichen…Klingt fies? Ja, dieser Gedanke kam uns irgendwann zwischen Kaffee Nr. 7 und 8 auch…
Aber dann, mit unerklärlicher Energie gesegnet rannten wir hoffnungsvoll gleich dreimal zum freundlichen Mann am Ticketschalter(der übrigens immer ein kleines bisschen weniger „der freundliche Mann“ wurde) und fragten um 10.35Uhr, um 10.40Uhr und noch einmal um 10.45Uhr, ob er noch Tickets hätte.
Das Ergebnis war 2x nein und einmal ja! Er hätte noch zwei Tickets, er prüfe das nochmal gerade und…
Nöö, „sorry sir, i just see, these seats reserved for crew. Do you want tickets for 6.25p.m.?”
Sicher wollten wir die…genauso wie wir beim verdursten Salzstangen haben wollten, weil es ja gut ist, bei starker Hitze salziges zu essen…

Was kann man über die folgenden Stunden sagen? Ich kenne den Suvarnabhumi International Airport jetzt besser als meine Straße…Dafür war die Dienstreise jetzt vollkommen standesgerecht, denn die einzigen Tickets, die übrig waren, befanden sich relativ weit vorne, also durfte ich zum ersten Mal Business Class fliegen.
Die tödliche Dosis von Kaffe liegt bei unter 11 Tassen in 5 Stunden - so lange dauerte es nämlich, bis wir in die Lounge durften, da gab es dann Kaffee für umsonst:).
Und: wir trafen dann unseren Institutsleiter, der direkt von Berlin aus nach bangkok kam und dort wartete, um ohne Pause mit nach Khon Kaen zu fliegen. Chapeau!

Mein Hotelzimmer! Ich hatte sogar 2 Betten - und ein Licht im Badezimmer das nicht ausgehen wollte.
Der Blick aus dem Zimmer, zum schwimmen kam ich nie, der Pool machte erst um 07.00h auf...


Wie versprochen: ein Update!
Yay!
Wo war ich? Genau! Gerade in Khon Kaeng angekommen. Mit der Business Class.
War schon schick, aber für nen Flug von gerade mal 40 Minuten lohnt sich das eigentlich nicht wirklich…Mir taten vor allem die armen Flugbegleiter leid, die ihre Essenswagen gegen eine 20% Steigung schieben mussten, denn bei einer derart kurzen Flugdauer hat man keine Zeit, darauf zu warten, bis das Flugzeug komplett in der Luft ist. Zumindest nicht, wenn man thailändischen Serviceansprüchen gerecht werden will und nicht nur etwas zu essen(Croissants mit irgendetwas undefinierbarem, aber leckerem gefüllt) kalte Getränke, sowie ein Runde Kaffee und heisse Handtücher zu Erfrischung reichen möchte…
Kaum war also das Essen ausgeteilt, ausgepackt und nach misstrauischer Beäugung auch gegessen, wurde einem das Tablett(in der Business Class isst man Croissants scheinbar noch mit Messer und Gabel, oder vielleicht hält sich hier das Vorurteil, dass alles Farang Essen mit dieser komischen Besteckkombination gegessen wird) aus der Hand gerissen, mit einem Lächeln(siehe „Land des Lächelns“), das nun doch ein bisschen professionell gequält aussah.
Schnell wurde klar, warum: das Gleiche Spiel wie beim Start, wurde nun auch bei der Landung vorgeführt, nur eben diesmal mit 20% Gefälle und in Teamarbeit gegen die Schwerkraft und seine Auswirkungen auf den Wagen mit Essen…
Und schon waren wir gelandet…
Kein Applaus hier, aber ein erstaunlich effektives System beim Aussteigen, in unr 5 Minuten war das ganze Flugzeug leer(ich frage mich immer noch, wie, denn auch hier hatten die Leute viel zu große Taschen in viel zu kleinen Stauräumen über Kopf…).
Und wir waren in Khon Kaen. Schnell noch das Gepäck geholt(nochmal 5‘) und schon sah unser wackeres 3-köpfiges Team in Empfang genommen worden von Ajaan Sonwanchai, dem Leiter der Deutschabteilung der Khon Kaen University.
Nun also mein erster Ausflug in den Isaan, Thailands Norden. Die Sprache/der Dialekt ist zwar anders, aber die Gebräuche sind ähnlich denn noch vor dem Hotel ging es erst einmal essen. In einem von der japanischen Botschaft gespendeten Bus(hier gehört ein riesiges Fragezeichen hin) fuhren wir dann los, zu einem lauschigen Plätzchen an einem See, mit Livemusik und gutem Essen. Restaurant am See wäre aber bestimmt schöner gewesen, wenn wir noch etwas vom Wasser gesehen hätten(mittlerweile war es ja schon 20.00Uhr und um 18.00Uhr ist Ende mit Sonne) und Wasser nicht grundsätzlich die ideale Homebase für mörderische Moskitos wäre(die beste Beschreibung von Moskitos habe ich übrigens auch hier gehört: „Moskitos sind so ähnlich wie Mücken, nur eben die fiese Variante. Also so etwas wie Ninja-Mücken“).
Aber gut, mit vollem bauch lässt sich das verschmerzen und um 22.00Uhr war es dann auch soweit, wir durften unser 4 Sterne Hotel beziehen: das grandiose
Charoen Thani Princess .

Froh, endlich die Schlüssel zu haben verschwanden wir dann schnell in den sechsten Stock, jeder in sein Zimmer, ohne den Charme des Hotels zu würdigen, doch das sollte am nächsten Morgen kommen…

Morgen des Freitag 13(ohne Kommentare bitte):
Micha macht sich, rasiert, motiviert und heute doch im kurzärmeligen Hemd(mein Sakko sollte das überdecken, eine sehr mutige Strategie, wie mir die Sonne zeigen sollte) auf den Weg zum Frühstück. Um 06.30, denn unser Plan sah vor, dass wir um 07.20Uhr den Botschafter treffen und in einer gemeinsamen Kolonne zur Kaennakhorn-Withayalai Schule fahren, um dort die PASCH Plakette zu übergeben und damit den Marathon zu starten.
Es gab American Breakfast, aber nachdem meine Hoffnungen auf einen guten Kaffee mit einem Schluck zerstört wurden und mir klar war, dass ich mal wieder dem Instant Kaffee ausgeliefert war, entschied ich mich für das thailändische Frühstück zum Wachwerden: Reis mit Ei und einer kleinen Prise Chili – nur genug, um ein bisschen zu weinen und wach zu werden.
Der Plan hat funktioniert, 20 minuten später kam Herr Spitz auch zum Frühstück, Jetlag und 21 Stunden reisegeplagt, so dass wir gar nicht viel sagen mussten und ich die Atmosphäre des Hotels in mich aufsaugen konnte. Auch wenn der Vergleich in einer asiatischen Stadt nicht passen mag, so wirkte das Hotel auf mich so, wie ein Hollywood Hotel aus den 1920ern, in denen man krampfhaft versucht, den Stil aufrecht und die Zeit anzuhalten. Eine elegante beeindruckende, mit rotem Samt bezogene Treppe im Foyer führte in die erste Etage, auf der man sich den Vergnügungen des Massagesalons hingeben konnte, mit Marmor wurde nirgends gegeizt und an den Wänden und Decken war viel von pesudoklassizistischem Stuck zu erkennen. Goldene Stangen an den Gepäckwagen, Hotelpagen in schwarzpinker(!) Uniform, ein Empfangstisch aus massivem, polierten Teakholz mit einer riesigen Schlüsselwand dahinter vervollständigten das Bild. Das einzelne Risse und gelegentliche Aussparungen in den massiven Teppichen an den oft genutzten Stellen auftraten, die Farbe mancherorts bbei genauem Hinsehen doch eine Schicht zu wenig hatte, minderte den Charme gar nicht – im Gegenteil, so fühlte es sich nämlich wirklich echt an, in der „Graceland Coffee Bar“ sein Frühstück einzunehmen und sich diesen Beobachtungen hinzugeben.

Doch ich wurde aus meinen Träumereien gerissen, denn jetzt war es soweit: wir stiegen um 07.19Uhr(deutsche Pünktlichkeit in den Bus) und reihten uns in die Eskorte ein, vorne und hinten die lustigen Autos mit den blinkenden Lichtern auf dem Dach. Übrigens weiß ich jetzt, was der Botschafter fährt: man hält sich nicht zurück, aber wenn man schon nicht schwäbisch spart dann doch zumindest schwäbisch fahren, nicht wahr?
Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass die Kreuzungen für uns abgesperrt wurden und die Hauptstadt der Provinz in sich selber erstaunlich provinziell wirkte(obwohl angeblich auch Millionenstadt).
Nach ca. 10 Minuten Fahrt zusammen mit Dr. Sathorn(der in Mülheim Veterinärmedizin studiert hat) begaben wir uns auf große Fahrt, die allerdings um 10.30Uhr schon zu Ende war…Wir waren da.
Wir schüttelten ein paar Hände(der Anfang einer nicht endenden Kette heute), lächelten in fremde und bekannte Gesichter gleichfalls und nahmen dankbar in einem klimatisierten Raum Platz, denn bereits jetzt erinnerte uns die liebe Sonne an die Nähe zum Äquator.
Wir nahmen also Platz, hielten Smalltalk, ich durfte mich hinter Kamera verstecken und offizielle Bilder fürs Institut machen und dann kam der Moment: wir erfuhren, dass der Schulleiter sich verpätet, weil er nervös war(die Kausalkette an diesem Punkt darf mir jeder zuschicken, der sie kennt), also unterhielten wir uns weiter mit den netten Schülern, die schon Deutsch lernten, mit der Leiterin der Französischabteilung, die aus irgendeinem Grund auch anwesend war, während im Hintergrund die ca. 4000 Schüler(die Zahl wird nochmal wichtig à merken!) draussen anfingen, die thailändische Nationalhymne zu singen.
Stand: 08.00Uhr.
Begleitet vom Chor draussen, kam nun der Schulleiter durch einen bisher unentdeckten Eingang hinein, gewandet in ein neon gelbes Jackett(es gibt hier zwei Optionen : königstreu oder die Farbe ist gut gegen Hitze), gefolgt von seiner armen Stellvertreterin, die ebenfalls das Gleiche tut.
Während ich mich noch darüber wunderte, dass dieses Stück Textil doch kein Einzelstück war, wurde unsere Gruppe plötzlich unruhig, denn nun waren wir spät dran.
Die armen Schüler durften nämlich alle anwesend sein, bei der offiziellen Übergabe und harrten nun in der Sonne auf – uns.
Also traten wir ins Sonnenlicht, auf die Bühne(Flaggenpodest) vor der versammelten Schülerschaft. Die Massen jubelten uns quasi zu Tausenden zu. Ein beeindruckendes Bild, dann wurden wir einzeln vorgestellt(ja, auch ich) und jeder bekam einen dieser gebunden Blumenkränze, die es hier ständig gibt, die aber leider nach einem Tag schon verwelken.
Ich amchte weiter fleissig Fotos, schwitzte mindestens genauso fleißig, war aber froh, nicht in die Sonne schauen zu müssen, wie der arme Schulleiter und die versammelte Mannschaft, die tapfer blinzelte, bis die Plakette dann endlich übergeben war.
Damit war der offizielle Teil des Goethe Instituts nun fast beendet, wir schauten noch in die Deutschklasse hinein erfuhren dort, von einem der wenigen stabil gebauten Thailänder, dass er in Deutschland am liebsten Bratwurst gemocht hätte. Er war nämlich schon da, als Stipendiat und eben deswegen eigente er sich hervorragend als Vorzeigeobjekt.
Dann erklärte der Botschafter noch, dass Deutschland die meisten Nachbarländer der Welt habe(9) und zählte sie alle auf(also zumindest unsere Diplomaten haben solides Basiswissen).
Wir trafen noch eine Schweizer Austauschlehrerin, die aber nach der Begrüßung irgendwie auch nicht mehr wusste, was sie hier sollte, da plötzlich nur noch das offizielle Personal interessant schien.
Nun denn, ich merke der Bericht wird lang, drum will ich an dieser Stelle etwas raffen:
Danach: Besuch beim Gouverneur von Khon Kaen, sogar mit kritischen Fragen über den Ungnade gefallenen Thaksin und einem gegenseitigen Austausch von Visitenkarten(ich hab jetzt die Handynummer des Gouverneurs; muahahaha!).
Und dann gingen wir in eine deutsch-thai technische Berufsschule, von der noch keiner am Goethe was gehört hatte. Und dann gingen wir Hotel Botschafters Mittag essen. Und dann gab es 11 Gänge(!) von denen ich aber nur 4 oder 5 schaffte. Und dann ging es weiter zu einer privaten Uni. Und dann gab es was zu essen. Und dann fuhren wir zu Khon Kaeng Uni. Und dann gab es da was zu essen. Und dann fuhren wir zu einer Ausstellung der Kunstfakultät der Khon Kaeng Uni. Im Laufe des Tages hörte ich gefühlte 300 x, dass die thailändische Nationalhymne ja von einem Deutschen geschrieben ist.
Und dann war das „Fest der Deutschen“. Und dann wurde die Sache wirklich spannend.
Denn das Fest der Deutschen war Mallorca in Thailand. Und leider nicht das unberührte Inselparadies sondern das von den RTL News.
Egal, wie weit die Völkerverständigung und Transkulturalität auch gehen, es bleibt ein surreales Bild, wenn thailändische Studenten Deutsche Blasmusik aufführen…
Diese musikalische Begleitung war dann der Hintergrund für alles, was noch folgen sollte, deutsche „Gemütlichkeit“ bei Unmengen an Bier, Kartoffelsalat, Brezeln und Bratwürsten…Wie immer war ich der Einzige, der deutsches Brauchtum nicht wirklich zu würdigen wusste…Lichtblicke waren die Unterbrechung der Blasmusik, als Studenten verschiedene Aufführungen hatten, schön fand ich zum Beispiel, die szenische Aufführung des Erlkönigs und die anschließende Interpretation als Rap.
Weniger schön die durch Ausdruckstanz visualisierte Version hiervon. Auch dieses Lied wird noch wichtig werden…und für mich noch schlimmer verdorben…
Interessant waren auch die traditionellen Thaitänze, die wir sahen, die auch wirklich sehr gut waren, doch frage ich mich, inwieweit dies thailändische Kultur ist, wenn Bayern und Malle die deutsche Kultur repräsentieren. Aber weil es so schön aussah, konnte ich den Gedanken verdrängen bevor er sich fest setzen und einrichten konnte.
Um ca. 19.30Uhr war es soweit, ein hochrangiger Beamter des Auswärtigen Amtes hatte seinen großen Auftritt. Mit den Worten „das ist kein deutsches Fest, wo alle am Tisch sitzen!“, stürmte er die Bühne, ließ das anspielen und unser Pauschalurlaubsanimateur nutzte den Gruppenzwang, um alle zum Mit“tanzen“ zu animieren…mit „großen“, “starken“, “schwimmenden“ und „ziehenden“ Gesten…
Ein Traum in Schweiss…
Aber nur noch 3 Bier aushalten, sich mit angetrunkenen Menschen(Thais und Deutsche) unterhalten und die Sorge nicht verstehen, dass der Sinn von nicht betrunken Auto fahren nur darin liegt, nicht der Polizei in die Hände zu laufen(„ist ja nur 5km von hier…“) trennten mich von der Heimfahrt.
3 Bier dauerten bei manchen lange und so kamen wir 22.30 im Hotel an…
Mehr sag ich dazu nicht…

Samstag, 14.November 2009
War dagegen schön. Wir fuhren noch weiter nach Norden, nach Non Khai, direkt am Mekong. Zusammen mit Ajaan Sonwanchai, 3 Studenten und Fahrer aßen wir zuerst;) Vietnamesisch an der Promenade mit Blick auf Fluss und auf Laos.
Im Anschluss an dieses riesige Mahl(mal wieder) schauten wir uns ein wenig die Stadt an, den Markt, die (befestigte) Promenade und machten Fotos, die Thais aßen die ganze Zeit und wir fuhren weiter zu einem Skulpturenpark, dessen Namen ich leider vergessen habe, aber dort waren viele Hindugötter, Buddhistische Symbole und Buddhadarstellungen sowie die berühmte Naga Schlange in allen Variationen.
Da wir aber noch auf die Friendship Bridge wollten, die Thailand und Laos verbindet, die Sonne zudem immer noch relativ unbarmherzig war, machten wir uns relativ schnell auf den Weg.
In der Mitte des Flusses(und damit auch auf dem Fußgängerstreifen) steht dann ein Schild, dass einem auf Thailändisch sagt, dass hier Schluss ist. Ende Gelände. Zumindest im übertragenen Sinne. Da standen wir nun auf der Brücke, schauten sehnsüchtig nach Laos(wo alle Menschen Brüder sind) und trafen auf rot gekleidete Menschen.
Eine Grundschule, bzw. deren Fußballmannschaft machte nämlich auch einen Trip hierhin und bestand darauf, dass wir ein Gruppenfoto von Ihnen machen. Warum, wissen wir auch nicht, denn ein Ausländer sollte nicht darauf sein.
Durch diese Verzögerung kamen wir aber in den Genuss, den Zug von Thailand nach Laso an uns vorbei rauschen zu sehen. Zu diesem Zweck wird extra zweimal am Tag die Brücke gesperrt und ich bin jetzt ein Teil davon…

Ich bin gerührt…
Gerührt ist auch wieder eine praktische Überleitung, denn Samstags passierte nicht mehr viel, außer, dass ich um 22.30h endlich zurück in Khrung Thep ins Bett fiel und ausschlafen wollte, mit der Perspektive, dass die zweite Gruppe aus Myanmar erst Mittwoch kommt, also mit der Perspektive auf eine Atempause…
Der Sonntag stand dann im Sinne des obigen Fond Farewell – es war die Zeit des Abschieds gekommen für die Lehrerinnen aus Yangon und Mandalay. 3 von Ihnen besuchten mich noch zu Hause/holten mich, schenkten mir zum Abschied eine Krawatte und wir gönnten uns den guten Lipton Tee;)
Am Flughafen waren wir zwar viel zu früh, doch verging die Wartezeit zu schnell und auch wenn es eine interessante Diskussion mit den Airlinemitarbeitern war, dass sie doch bestimmt das Recht auf jeweils einen 30kg schweren Koffer und 2 Reisetaschen zu je 12kg als Handgepäck hätten(jede davon – also 15 Teile Gepäck!) blieb auch beim letzten gemeinsamen Abendessen bei einem billigen Flughafen Chinesen ein komisches Gefühl.
Der Abschied war dann kurz und gemein, was bleibt, ist die Hoffnung in Kontakt zu bleiben und sich nächstes Jahr zu sehen, wenn ich nach Myanmar reise…
Mann, hatte ich heute viel zu sagen, und das sogar gerafft...
Die fröhlichen Schüler. Gut zu erkennen - der strahlende Schulleiter.


In Non Khai gibt es selbstgebaute TukTuks...

Markt in Nonkhai. hier gibt es frisches französisches Baguette - Kolonialismus sei Dank.

Die berühmte Naga Schlange, Buddha schützend...

Mein Lieblingsgott - Ganesha

Der mächtige Mekong von der Brücke aus...Laos ist links;)
...und vom thailändischen Ufer...

So...und hier ist jetzt erstmal Schluss!

Mittwoch, 11. November 2009

The Wall (Part 1&2)

Sawaat Dee Khrap, meine treuen (und auch abtrünnigen) LeserInnen!
Erstmal der obligatorische Wochenrückblick -
Was ist passiert in der letzten Woche? Ach ja, es gab furchtbar viel zu tun, die geplante „Mauer“ zum 20jährigen Jubiläum des Falls derselben sollte kurzfristig noch ein paar Mal geändert werden und das Design passte nicht, und und und… Dazu kam, dass der betreffende Künstler kein Englisch und ich kein Thai – also eine perfekte Kombination. Durch die tatkräftige Mithilfe meines Kollegen Prawit(ja, ich danke auch Leuten, sozusagen als Übung für den ersten Preis, der vielleicht irgendwann doch noch einmal kommt) haben wir es dann doch hinbekommen, 4 Mauerteile mit den Maßen 200cm x 80cm x 120cm aufzustellen und das sogar dort, wo sie sollten und auch nur mit 2 Tagen und 2 Stunden Verspätung. Also alles kein Problem. Die Mauer selber ist jetzt eher eine künstlerische Interpretation(mehr als Beispielbilder schicken konnten wir ja auch nicht), aber das ist im Zweifel ja viel mehr Wert, denn nachmachen kann jeder – wir errichten unsere eigenen Mauern!
An dieser Stelle ist vielleicht doch nochmal eine kurze Zusammenfassung der (damals noch) geplanten Ereignisse sinnvoll:
Also – Mission:
Das Goethe Institut Thailand möchte zum Gedenken an den Fall der Berliner Mauer eine Veranstaltung organisieren. Dabei sollen
a) Ein Nachbau der besagten Mauer im Foyer stehen
b) Eine Eröffnung statt finden, bei der
b.1) der Botschafter ein paar Worte sagt
b.2) Berliner Spezialitäten(Weisse mit Schuss, Buletten, Kartoffelsalat und Brot) gereicht werden b.3) eine Videoinstallation zum Thema gezeigt werden: „Novembertage live: Die Fernsehbilder“(eine Collage aus den live Reportagen der Reporter aus Russland, Frankreich, England und den USA mit anschließenden retrospektiven Interviews)
b.4) eine Online Ausstellung gezeigt werden (die Qualität ist mäßig, aber bestimmt steckte ein netter Gedanke dahinter)
b.5) 2 Kurzfilem gezeigt werden: „Cycling the Frame“; „The Invisible Frame“ mit Tilda Swinton.
Beauftragter: Michael Lenz

Klingt viel - war es auch. Aber irgendwie habe ich es dann doch hinbekommen, diese Veranstaltung zu organisieren und abgesehen von ein paar Schönheitsfehlern(Warsteiner statt Weisse, nur Himbeersirup und eben die Mauer) ist sogar alles glatt gelaufen. Das Gewitter, das mittags noch über unseren Köpfen zusammenzog, um den ersten Regen(siehe „The Man Who Sailed the World“ seit zwei Wochen über unsere(meinen) ängstlich gesenkten Köpfe hereinbrechen zu lassen, tat dies dann doch lieber über den bemitleidenswerten Häuptern irgendwelcher andern Bewohner dieser Stadt.
Es waren ca. 70 Menschen da, sogar einige Thais und interessiertes Publikum das durch den Text auf dem Newsletter angelockt wurde, welchen ich eine Woche zuvor in traumhafter Prosa zu Tastatur brachte…ähem, da Eigenlob bekanntlich eher unangenehm riecht, möchte ich am Ende hinzufügen, dass ich eigentlich nicht so zufrieden war, aber dann doch lieber dem Mainstream folge und die gute Meinung über den Abend annehme.
Das Bier kam gut an, das Essen auch bei den meisten(außer bei dem, der es bestellt hat;) ) und die Filme haben es zumindest bei den Menschen, die Berlin und/oder die Mauer kennen, etwas zu berühren, so dass die Uraufführung in Thailand auch als Erfolg begriffen werden kann.
Auch wenn die Mauer nie so aussah - unsere tut es ;)

Der Botschafter redet eine Rede...
Soviel zu meiner Arbeit –
Kommen wir zur Freizeit, es geht also in der Zeit rückwärts. Um konsequent zu bleiben, fange ich am Sonntag, dem 8. November 2009 an.
Ein Tag des Shopping! Viel mehr auch wirklich nicht, aber dafür effektiv und stilgerecht, mit Starbucks Kaffee zur Belohnung am Ende. Einer dieser Läden, die ich eigentlich furchtbar finde, aber keinen Grund habe. Und abgesehen vom teuren Preis ist der Kaffee halt echt gut…genug der Werbung, um hier keine Verdachtsmomente aufkeimen zu lassen: ich mag die Atmosphäre dort drinnen nicht – ein Starbucks ist die Personifikation des hippen, gut ausgebildeten Menschen von heute. Jung, aber schon saucool im Beruf stehend. Am Besten was mit Medien. Und aufgeklärt. Arrogant, aber dadurch, dass man so toll und aufgeklärt ist, steht man drüber…Furchtbar, ein Raum wie der Schreibstil einschlägiger Musikmagazinjournalisten und „Twen-„ bzw. Trendmagazinen und deren Bohéme über allem…Furchtbar…und furchtbar, dass ich ähnlich urteile. Na ja, ich bin Privatperson und darf das oder so…Vielleicht qualifiziert ein B.A. ja wenigstens dafür? ;) Wir werden sehen…
Ach ja, ich bin ein wenig abgeschwiffen:
Einkaufen: ich brauchte unbedingt ein Jackett, denn am Donnerstag geht es auf Dienstreise nach Khon Kaen, um dort eine Ausstellung zu eröffnen, eine PASCH Plakette zu überreichen, auf Bildern zu lächeln, und schon wieder den Botschafter zu treffen. Am Samstag gibt es dann Ausflugsprogramm und Rückflug. Das entschädigt doch alles für die gemeine Abflugszeit von 07.15 a.m. (Das bedeutet für mich, spätestens um 06.00Uhr los zu fahren!).
Ich bin gespannt – auf jeden Fall sind gute Jacketts im Siam Paragon teuer. Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte zum besseren Teil des Trips kommen. Lange gesucht, am Ende ines gefunden, mit Rabatt für knapp 2700Baht(54€). Mit Abstand das Günstigste.
So Teil zwei: ich hab mir eine Gitarre gekauft! Nach nunmehr 2 Monaten musikalischer Beinahe-Abstinenz(Rechner kaputt, CD Player is nicht…) und der Feststellung, dass mein Vater damals doch Recht hatte( besser bei harmlosen Dingen) und ich merkte, dass ich meine doch hätte mitnehmen sollen, habe ich jetzt im Central World das Recht erworben, mich stolzer Besitzer einer Yamaha F-310 Westernschrammelgitarre nennen zu dürfen. Preis war gut, etwas günstigr als in Deutschland, Klang ist gut(jedenfalls von der Gitarre, ich übe noch) und jetzt kann ich wenigstens die Nachbarn nerven und muss nicht mehr nur Kopfmusik haben. Wenn ich ganz fleißig übe, kann ich auch noch ein kitschiger Lagerfeuer-/Strandgitarrist werden der mit Klassikern glänzt…;) Dann ging es als cooler Musiker;) mit Skytrain und U-Bahn zurück und in den besagten Kaffeeanbieter…mit ein paar Stunden spielen(auf der Gitarre natürlich), Saiten stimmen, fluchen und schmerzenden Fingern wegen zurückgebildeter Hornhaut ging dann der Tag zu Ende und meine Zeit weiter, während wir im Text die Zeit zurück drehen:

Samstag, 7. November 2009:
es war wieder Zeit für einen Ausflug- Diesmal nach Mueang Boran ("Alte Stadt/Land"). Eine gigantische Anlage, die Thailand und die wichtigsten Stätten in verkleinerter Form dar stellt.
An diesem Ort versammelt sich ungefähr 90% der thailändischen Kultur, aber auch wenn jemand schon (berechtigt) einwarf, dass man dann ja nicht mehr die Rundreise machen muss, sage ich – doch! So!
Wir waren mit einem Franzosen unterwegs, der im Moment einen Sprachkurs am Institut macht und in der Nähe wohnt.
Im Angesicht der Tatsache, dass es an diesem milden Novembertag elegante 35° im Schatten hatte, haben wir uns bei der Rundfahrt gegen Fahrräder und für ein Golfcart entschieden. Fahrer war ichJ Vielleicht sollte ich Golf spielen, denn mit diesen Gefährten macht das Fahren unendlich viel Spaß, einziger Wehrmutstropfen – keine Gangschaltung, aber ich bin sicher, da kann man was machen;)
Im Park haben wir dann den Königspalast besichtigt, Ayuthaya(na, wer erinnert sich?), nachgebaut, wie es früher ausgesehen hat, ein Allee, in der traditionelle Yogafiguren(bis zur Unmöglichkeit) ausgestellt waren, haben ein Dorf auf Stelzen gesehen, eine Schulklasse;) und ganz viele Nachbauten von thailändischen Wohnhäusern im Stile verschiedener Epochen(hier aber nicht durch Zeitangaben, sondern bloß durch Königsportaits verdeutlicht . Know Your Kings;) ).
Am Ende gab es dann natürlich noch etwas zu essenJ Insgesamt wieder mal ein sehr sehr schöner Ausflug, von dem ich allerdings leider nicht all zu viel zu berichten habe, am Besten sieht man es selber – oder meine einzigartigen Bilder;)
Am Freitag davor war ich noch auf der berühmten Khao San, aber das istmal wieder eine ganz eigene Geschichte...
Jetzt bin hier erstmal fertig, freu mich über Kommentare und auf meine Dienstreise im Luxushotel(muahaha, ich wird doch noch dekadent!)


Na? Wer ist der coole Hund, der hier Gitarren testet?;)


Bis bald,
Micha

P.S.: Wow, sind das heute viele Links;) Wie immer bitte ich um Entschuldigung bei groben Fehlern, das ist immer so runter geschrieben, ohne Korrektur oder Lektor, quasi literarischer Garagenrock;)

Alles Mueang Boran:

Da oben darf man sich was wünschen:) Die "Füße des Buddha" die ihr da seht, sind Schlangen - da gibt es auch eine Geschichte zu, die ich jedem erzähle, der sie hören will;)

Yoga...
...kann ich doch auch!

Blick vom Thron im Grand Palace!
"Floating Village"

Montag, 26. Oktober 2009

Pattaya ist furchtbar – Ayuthaya wunderbar!

Wieder eine Woche rum…die Zeit vergeht so schnell, dass mir noch nicht einmal die Zeit bleibt, etwas Tiefgründiges, Philosophisches zum Thema zu schreiben…

Was ist passiert? Nun ja, wir waren auf dem Suan Lum Night Bazaar, direkt neben dem Lumpini-Park). Ein toller Nachtbazaar auf dem man ganz viele tolle Sachen kaufen kann(neben den teuren Kleidungsstücken namhafter Designer auch die etwas günstigere Variante der gleichen Hersteller): es gibt Räucherstäbchen, Turnschuhe, Shurikens, Elektroschocker, Blumenkränze, Schmuck in Massen, Seidentücher, Massagesalons, Schnitzereien, Anstecker, Jacken, CDs(auch in billig und teuer), Filme(s.o.), Lampen, Hüte, Fächer, Gebetsketten, T-Shirts, deren Aufdruck im Rhythmus der Musik blinkt und noch Einiges mehr.
Man kann sich den Suan Lum vorstellen, wie ein großes Rechteck, das in 3-4 überdachte Vierecke eingeteilt ist. Darin sind in engen Gängen dann jeweils die Läden und im Zentrum ist immer ein Stand mit Getränken und Zigaretten:)
In der Mitte des ganzen Marktes, also quasi dem Epizentrum befindet sich das Wichtigste: der Food Court! Dort kann man(gegen Coupons) viele verschiedene Mahlzeiten und Getränke kaufen(auch „Bierbongs“ in 10L Versionen) und der wechselhaften Qualität der Musik auf der gigantischen Bühne unter freiem Himmel lauschen. Von mutiger Karaoke bis zu Popsternchen scheint dabei alles da zu sein, nur wird die romantische Atmosphäre durch das hektische Gewusel ein wenig gestört…Insgesamt ein wunderbarer Ort zum Einkaufen, jeden Tag ab 18.00Uhr kann man hier erste Erfahrungen mit dem thailändischen Handelssystem machen, einfach nur schauen und sich von den Ständen überraschen und begeistern lassen.
Mein Favorit sind die Läden, in denen man sich die Füße von Fischen „abknabbern“ lassen kann(ich finde die Vorstellung eklig, deswegen traue ich mich noch nicht). Für mich gab es dort Räucherstäbchen und für die Damen aus dem Nachbarland gab es schicke Hosen mit Elefant, thailändische Seidenblusen und ein Souvenirs für die Daheimgebliebenen.
Unsere Gruppe wurde vollständig durch Annelies, eine Deutschlehrerin, die zufällig hier in Bangkok war und kurzfristig mitkam.

Zweimal Suan Lum - einmal ein winziger Ausschnitt des Food Courts...
...und einmal ein typischer Stand, verstohlen von der Seite fotografiert.

Danach waren im (empfohlenen) Joe Louis Theater essen, ein ehemaliges Puppentheater im Herzen Suan Lums. Es war sehr lecker, aber ich habe doch ein schlechtes Gewissen gehabt und muss es doch öffentlich sagen: wir haben mit 8 Leuten ca. 2500TBHT bezahlt(ca. 50€) und auch, wenn das nicht viel erscheint; wir haben am Wochenende zuvor für 8 Leute an einer Suppenküche 200TBHT bezahlt(ca. 4€), bestimmt fehlt mir da das Verhältnis, doch mir erscheint es immer noch als (fast unanständig) teuer. Hier will auch kurz sagen, dass, obwohl Thailand auf den ersten Blick sehr billig erscheint, es auch überhaupt kein Problem darstellt, hier sehr viel Geld auszugeben; auch wenn ich es bis jetzt nicht erwähnt habe, die Schere zwischen arm und reich geht extrem weit auseinander!

Nachdem das nun gesagt ist, komm ich zum spannenden Teil, dem Wochenende und zum Titelthema. Zuvor sei gesagt, dass dieses Wochenende ein langes war, denn der 23. Oktober ist der Todestag Rama V.
Wir nutzten also die Gelegenheit, nach Pattaya zu fahren(denn anscheinend muss man unbedingt schon einmal dort gewesen sein). Gut, als Ethnologe weiß ich natürlich, dass ich nicht sagen kann, dass Pattaya furchtbar ist, aber, allen Relativismus außer acht lassend, sage ich, aus meiner subjektiven Perspektive als in Thailand verweilender Deutscher im 21. Jahrhundert, geschult durch Seminare und Blickwinkel, Bücher und Diskussionen: Pattaya ist schrecklich!
Irgendwie hat die Stadt auf mich sehr den Eindruck gemacht, aus Thailand heraus zu sein. Überall war bunte Reklame(auf eine ganz andere Weise ähnlich wie in Bangkok) und es hat ein bisschen gedauert, bis ich in Worte fassen konnte, was an der Stadt diese merkwürdige Atmosphäre hinauf beschwört. Es war nicht der 10 breite Strand direkt an der Straße, es war auch nicht die berühmte „Walking Street“. Auch nicht die Barmädchen, die in (jetzt noch) leeren GoGo Bars herum hingen.
Es war die Tatsache, dass fast kein Schild auf Thai war! Überall hieß es: „Deutsches Essen“, „Jet ski for Hire“; „Hottest Girl“, „Gute Mädchen kommen von überall, schlechten leben in Pattaya“ und einiges in Russisch…Auch auf der Straße hatte ich das Gefühl, dass vor allem die berühmt-berüchtigten Pärchen herum liefen. Es ist natürlich auch ein ganz normaler Teil des Landes, aber ein komisches Gefühl bleibt doch zurück.
Auch die Häuser machen eher den Eindruck, ohne Rücksicht auf Verluste möglichst schnell möglichst hoch gezogen worden zu sein, um den Touristensturm bewältigen zu können. Mein Fazit, eine Reise wert, wegen der ganz eigenen Atmosphäre.
Wenigstens war der Abend schön, mit Sonnenuntergang bei der Statue eines Generals mit langem Namen, den ich mir leider nicht merken konnte…


Ja! Micha ist wirklich da! Das Beweisfoto!:)

Pataya Strand
Und die Stadt von Oben, in der einsetzenden Dämmerung


So sieht das Ganze dann auf der Strasse aus...


Ein bisschen Pech hatten wir auch mit dem Wetter, denn als wir losfuhren, war der erste Tag, an dem ich in Thailand gefroren habe! Nachmitags kam zwar etwas Sonne, aber tortzdem bleibt es ein historisches Ereignis;) Insgesamt war ich trotzdem froh, wieder zurück zu fahren.

Vom Süden ging es dann zurück nach Norden, zurück nach Bangkok, bevor wir am nächsten Tag noch weiter in den Norden Thailands vorstießen, denn:

Am Samstag war Ayuthaya dran, die alte Hauptstadt Siams. Von 1351 bis 1767 war dieser Stadtstaat eines der beeindruckendsten und größten Zentren seiner Zeit. Heimat von Königen und Tempeln, Kriegern und Priestern. Händlern, Bauern und Diplomaten fanden hier eine Bleibe und fast alle waren ehrfürchtig beeindruckt. Hier prägte auch ein portugiesischer Jesuit zum ersten Mal den Namen „Venedig des Ostens“, denn Ayuthaya war durchzogen von Kanälen und befindet sich am Treffpunkt dreier Flüsse: nämlich dem Chao Praya, dem Pasak und Lopburi.
Wie kommt man also von der neuen in die alte Hauptstadt? Es gibt viele Möglichkeiten: Auto, Van, Boot...
Wir taten dies mit dem Zug. Von der Hua Lamphong Central Station fahren mindestens jede Stunde Züge nach Norden und Ayuthaya liegt immer auf der Strecke. Für 20TBHT kann man in der dritten Klasse die 2 Stunden lange Fahrt antreten. Am Hauptbahnhof fiel mir gleich auf, dass er für eine Stadt wie Bangkok sehr klein wirkte. Es gab vielleicht 10 Gleise und insgesamt war der Bahnhof ungefähr so groß wie in Siegen(für alle denen dies etwas sagt).
Alles verläuft angenehm ruhig und entspannt, sogar für Ausländer war alles gut zu finden und Schaffner und Mitreisende waren durchweg freundlich und halfen uns, den richtigen Zug zu finden. Eine fahrt nach Ayuthaya mit dem Zug kostet übrigens genau so viel, wie 3 Stationen mit U-Bahn zu fahren - 20TBHT. Verhältnis?

Wir stiegen also erwartungsvoll um 08.20 in den Zug und waren froh und erstaunt, dass wir den Wagen bis auf ein paar Mönche für uns hatten.
Eine halbe Stunde später erfuhren wir warum; als nämlich ein freundlicher Bahnmitarbeiter schweigend eine Kette aufhängte mit der Aufschrift „reserviert für Mönche“ und wir genauso rot wurden wie die Gewänder der Mitreisenden. Aber ein gepflegtes thailändisches Lächeln hilft über jede Peinlichkeit hinweg und wirklich böse war keiner, als wir dann in den nächsten Wagen stiegen und dieser dann auch direkt viel „lebendiger“ war.
Bequem war es dennoch, in anderen Ländern bin ich auch schon längere Strecken in höheren Klassen unbequemer gefahren.
Um 09.25 setzte sich der Zug dann in Bewegung und die Reise ging los, Es wurde geplaudert, gegessen, Händler liefen durch den mittleiweile mit Stehplätzen ausgestatteten Zug und verkauften Essen, es wurde getrunken, geredet und noch etwas gegessen.
Die Fahrt war wunderschön, der Zug fuhr gemächlich genug, um die Reisfelder und vorbeiziehenden Landschaften in sich aufzunehmen, aber nicht so langsam, dass ein Mitteleuropäer sich ärgert. Die fehlende Klimaanlage wurde durch die Mischung aus Fahrtwind und den an der Decke kreisenden Ventilatoren mehr als ausgeglichen und ich konnte vollends das zeitlose Gefühl des Reisens genießen. Kein Gedanke ging an das Ziel, keiner an den Start, kein Gedanke an Zeit, alles spielte sich im Hier und Jetzt ab und jeder einzelne Eindruck fügte sich in das Mosaik des Unterwegs Seins ein. Kein Stein zu viel, keiner zu wenig. Zwischendurch lenkte ein kurzes Gespräch ohne Worte ein wenig ab und immer wieder rauschte ein Neues Detail heran und wieder vorbei.

In Ayuthaya angekommen standen wir vor der Wahl, ein TukTuk oder Fahrrad zur Besichtigung zu mieten und schweren herzen, nahmen wir dann den Motor;)
Zu siebt quetschten wir uns hinten auf die Ladefläche, nachdem wir uns darauf geeinigt hatten pro Person 100TBHT für 3 Stunden Rundfahrt mit „unserem“ Fahrer. Zuerst fuhr er uns zum Wat Yaichaimonghkhol, zu den Ruinen einer alten Tempelanlage und Heim eines riesigen liegenden Buddha. Die Pagoden dort stehen teilweise so schief, dass die Frage, wann sie endlich umfallen sofort im Raum steht, aber wenn es soweit ist, ist das nur der Lauf der Dinge, wie uns unser „Reiseleiter“ erzählt.
An diesem Ort bekomme ich einen ersten Eindruck davon, wie beeindruckend die Stadt vor 300 Jahren gewesen sein muss, als das Leben hier noch pulsierte und Ayuthaya eines der Zentren der Welt war. Hier wurde Siam regiert, Handel betrieben und gingen die verschiedensten Sprachen nebeneinander her und miteinander um.
Und auch, wenn die Touristen(überwiegend Thais) sorglos wie immer mit den religiösen Zeugnissen umgehen, hat der Ort doch eine Aura des Alten und Vergangenen, eine Ahnung von dem, was noch kommen sollte.

Weiter ging es durch waghalsige Kreisverkehre und unterhalb der Stoßstange der hinter uns fahrenden Geländewagen in unserem gut bestückten Gefährt, aber sicher kamen wir an jedem Ort an.
Ich möchte jetzt nicht alles einzeln aufzählen, aber Ayuthaya strahlt etwas Beeindruckendes, Ehrwürdiges aus, das ich in der Form bisher nur bei den Pyramiden von Gizeh kannte. Aber dadurch, dass die liegenden Buddhas und viele Tempelreste noch in Betrieb sind und Mönche herum laufen, Thais beten und opfer darbieten, strahlt die Stadt etwas unheimlich Lebendig-Totes aus. Sie wirkt längst untergegangen und doch wird an verschiedenen Ecken durch Gebete und Rauchfahnen eine untergegangene Zeit neu erweckt. Eine kitschige Mischung aus mystischer Vergangenheit und Moderne, bei der doch alles stimmt. Die Burmesinnen, die mit dabei waren, haben sich oft nicht getraut, Burmesisch zu sprechen, war es doch die burmesische Armee, die die Stadt damals erobert und zerstört hat, ein Trauma, das in Thailand noch lange nicht vergessen ist und Thema vieler Streitigkeiten, vergleichbar durchaus mit dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Beziehung zu manchen Ländern. Dabei ist Krieg natürlich immer furchtbar und an den Khmer Einflüssen, den thailändischen Buddhas und den burmesischen Pagoden sieht man deutlich, dass es sowieso nicht „DIE Thais, DIE Burmesen und DIE Kambodschaner“ gegeben hat, die Wurzel zerfließen und vermengen sich.
Am Yai Chaimongkhon war die Atmosphäre sehr traurig, ein kopfloser Buddha erinnerte mich an das Blut, das damals geflossen sein muss und an das Leid, das in dieser Stadt statt gefunden haben muss. Wieder erfasste mich eine Art Ehrfurcht, nur diesmal war auch viel Traurigkeit dabei, denn jetzt war die Stadt im Geiste lebendig, doch nicht aufstrebend wie zuvor, sondern vielmehr sterbend.
Aber ich finde es schön, beide Gefühle mit nach Hause zu nehmen und mit beiden Gefühlen auch einmal wieder zu kommen.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof erfuhren wir, dass man auch mit Elefanten durch die Anlagen reiten kann(ich bin jetzt im Konflikt mit Mitleid mit den armen Tieren und „Abenteuer“lust) und zum ersten mal sah ich Elefanten außerhalb des Zoos…Dieses Gefühl, ist aber-wieder mal-eine andere Geschichte.

Am Ende haben wir für den gleichen Preis 4 Stunden Rundfahrt bekommen und hatten sogar Glück, dass Zug zurück in 10 Minuten kommen sollte. Aber da die Deutsche Pünktlichkeit ja vorbildlich ist, nimmt die thailändische Zuggesellschaft sich ein Beispiel an der Deutschen Bahn und kommt auch manchmal etwas später. Eigentlich alles wie zu Hause, 30 Minuten Verspätung, nur schimpft hier keiner und keiner sagt Bescheid, dass der Zug zu spät kommt(macht ja sowieso keinen Unterschied).
Der Rückzug war voller, aber auch noch angenehm, wir teilten uns zu sechst eine Viererbank, zusammen mit einem alten chinesischen Ehepaar und einer Thailänderin mit ihrem Kind und voller neuer Eindrücke(ich mit der romantisch verklärten Sicht einer „alten Zivilisation“) fuhren wir genauso entspannt zurück wie hin, unterbrochen von einer kurzen Essenspause(und den ständigen Angeboten der Händler) und für mich mit einer persönlichen Zukunftsvorhersage deren Inhalt aber geheim bleibtJ

Zu erwähnen bleibt nur noch, dass wir nach ungefähr 2 Stunden plötzlich mitten im Nirgendwo stehen blieben. Links ein anderer Zug, rechts eine Mauer mit Stacheldraht und Straße.
Große Verwunderung überall, nach 30 Minuten erste ungeduldige Diskussionen und Überlegungen, ob man nicht doch irgendwie aussteigen kann und nach 45 Minuten ohne Veränderung die plötzliche Weiterfahrt.
Weitere 2 Minuten später wiederum hielt der Zug erneut – wir waren da. Zurück in Hua Lamphong Mainstation, Khrung Thep.


Der Blick aus dem Zug, kurz vor der Abfahrt; so sieht der Hbf in Bangkok aus(zumindest Gleis 8)



Impressionen aus Ayuthaya...




Irgendwo bei den Buddhas ist ein Micha versteckt...


Mit langen Haaren hätte das verführerischer ausgesehen;)

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Erstes Lebenszeichen



Soo, nachdem ich es lange herausgezögert habe, kommt hier nun doch mein erster Post und mein Jahr in Bangkok wird etwas dokumentiert...leider ohne Bilder bis jetzt, denn ein paar Tage, nachdem ich hier angekommen bin, ist mein Rechner kaputt gegangen und im Internetcafé habe ich bis jetzt nur geskyped...
Ich bin ja jetzt schon über einen Monat hier und nach den ersten paar Wochen der wunderbaren Mischung aus Jetlag, Reizüberflutung, einer Million neuen Gesichtern und Namen plus einer Prise "alle sprechen so schnell und so komisch" habe ich hier langsam so etwas wie einen Alltag.
Im Goethe Institut, wo ich arbeite sind alle total nett und aufgeschlossen und man hat keine Probleme, sich hier schnell wohl zu fühlen, sogar der Chef nimmt sich einmal die Woche Zeit für eine ausführliche Runde mit seinen Praktikanten- das heisst, er würde, denn von jetzt bis Januar bin ich der Einzige Praktikant hier und bis jetzt hat dieser Termin erst einmal geklappt, die anderen Male gab es entweder Arbeit, Betriebsausflüge oder auswärtige Termine;) Aber das Eine Mal war wirklich nett und spannend- mit Tee und Keksen:)
Tee und Kekse sind sowieso ein gutes Stichwort, denn während die Erstis in meinem Ex-Studiengang alles über Marburg und das Unileben lernen(als Student auch schon mal nicht wählerisch sein), habe ich hier ganz schnell gemerkt, dass Thailand vor allem eine wahre Hochkultur des Essens ist! Ständig gibt es überall etwas unglaublich Leckeres zu essen, meist mit unaussprechlichen Namen und unglaublich vielen Buchstaben, aber dafür auch unglaublich lecker!! Wenn man sich einmal an die Schärfe gewöhnt hat und sich traut, auch mal andere Sachen auszuprobieren, ist Thailand ein wahres Schlaraffenland! Bis jetzt habe ich erst einmal etwas wirklich Ekliges gegessen, aber dieses Gericht aber auch erst einmal gesehen! Das thailändische Essen ist einfach immer unglaublich vielfältig und bunt, raffiniert in den verschiedenen Geschmacksarten von scharf und süß, mit viel Obst und Gemüse und immer angenehm sättigend, eigentlich nie stopfend. Und auch, wenn es in 99% der Fälle Reis gibt(auch zum Frühstück), habe ich es noch nicht über. Essen ist auch ein gemeinschaftliches Ereignis, ich werde bestimmt noch einmal mehr dazu schreiben:) Aber welche Rolle es spielt sieht man auch gut am Beispiel unseres Betriebsausflugs:

Am 2. Oktober brachen die Mitarbeiter des Goethe Instituts(inklusive Honorarlehrer) in die Weinberge des Khao Yai Nationalparks (
http://www.khaoyaiwinery.com/en/) auf:
wir trafen uns zur inhumanen Zeit von 06.30 Uhr morgens auf dem Parkplatz des chinesischen Chandrphen Restaurant. Wir trafen uns so früh, da um 17.00Uhr wollten wir wieder zurück sein mussten, den Grund dafür gibt es weiter unten(so bindet man seine Leser und zwingt sie, den ganzen Text zu lesen;) ).
Wir trafen uns also und erstmal machten gebackene Teigtaschen die Runde, so ähnlich wie Berliner, aber ohne Zuckerguss und Füllung...also doch eher wie Churros;)
Im Bus gab es dann Wasser, Cola, Kaffee und Brezeln, denn mit nur 2 Frühstücken hält man ja keine 2,5 Stunden Busfahrt durch.
Angekommen gab es dann eine wenig Konfusion, weil der Führer nicht da war, wo wir waren(es stellt sich heraus, dass wir uns um halb 11 treffen wollten, aber der Führer die thailändische Zeitrechnung nahm, also dachte, nicht vor 11 kommen zu müssen;) ), in der sich direkt zeigte, wer aus Deutschland und wer aus Thailand kam; die Thailänder verbrachten die Zeit mit Fotografieren und dem Einkaufen von ein paar Snacks, die Deutschen mit immer ungeduldigerem Warten, also ist an der deutschen Pünktlichkeit wohl doch etwas dran:)
Um viertel nach 11 kam dann auch unsere freundliche Führerin und ein paar von uns durften mit einem großen Golfcart fahren, der Rest musste zurück in den Reisebus.
Auf der Fahrt durch die Weinberge erklärte die freundliche junge Frau uns immer wieder, wie schade es sei, dass wir zu dieser Zeit kamen, denn jetzt sei dies alles ja überhaupt nicht schön anzuschauen, alles sehr hässlich und die Pflanzen seien vom Regen so sehr mitgenommen, wirklich schade, an anderen tagen sei es schön aber jetzt - nein wirklich nicht...;)
Nach ca. 45 Minuten Fahrt durch Weinberge und kurzer Führung durch Abfüllung und Lagerung ging mit Geschichte des Weinguts es dann zur Menschenabfüllung;) Insgesamt 4 Weine(2 rote und 2 weiße) wollten gekostet werden, dazu wurde Cracker gereicht und ich hatte die Gelegenheit, zum ersten Mal in Thailand Käse zu kosten(lecker!). Es gibt zwar Käse, aber meistens ist es dieser"leckere" Cheddar Cheese, der bei unseren britischen und amerikanischen Freunden so beliebt ist...
Ich habe keinen Wein getrunken (um 12.00Uhr mittags, bei 34° und 85%Luftfeuchtigkeit war das nicht so mein Ding), aber ich habe schnell gemerkt, dass ich mit meinem Traubensaft auch besser dran war. Dafür, dass der Wein eher gehobene Preise hat(ab 380Baht/Flasche - zum Vergleich: ein Mittagessen im richtigen Restaurant kostet dagegen mit Getränk ca. 150), waren die meisten Reaktionen eher verhalten, was aber auch am schwierigen Klima liegen kann...;)

Dafür gab es dann um 13.00Uhr endlich Mittagessen. Wie es sich gehört mit 3 luxuriösen Gängen, liebevoll angerichtet auf weißem Porzellan und immer liebevoll umsorgt von den Kellnern und Kellnerinnen die einem nach jedem Schluck neues Wasser einschenkten. Es gab 3 Menüs zur Auswahl, für mich wurde es Brot(fast schon richtige Brötchen!) und eine Suppe mit Wasserspinat. Danach dann Kartoffeln, verschiedenes Gemüse an einer Ananassauce(das "an" zeigt die Preisklasse des Restaurants an;)) und zum Nachtisch Wassermelonen, frische Mango und Drachenfrucht. Dieses eher westliche Menü gab es, weil intern im Institut die meisten das westliche Menü bevorzugt hatten, schade, eigentlich ist thailändisch viel toller;)
Satt und zufrieden tranken die Einen dann noch einen Kaffee, die Raucher rauchten und ein paar Thailänder und gut eingelebte Deutsche gönnten sich noch ein Eis:)
Im Anschluss gab es 45Minuten Freizeit, in denen man Fotos machen und sich im Giftshop austoben konnte. Auch ich bin wieder ein Opfer des Shopping geworden und hab mir ein knallrotes Touristen T-Shirt gekauft, aber aus verlässlicher Quelle hab ich mir sagen lassen, dass es mir gut steht;) Dafür hab ich mit dem T-Shirt auch meinen zweiten Kleiderhaken erstanden, dank tüchtiger Übersetzungshilfe meiner sympathischen Kollegin Narisa.
Auf dem Rückweg nutzten viele die Zeit für ein Verdauungsschläfchen, das vereinfacht wurde durch die Ausgabe von Sandwiches und einer zweiten Runde Brezeln:)
Kurz vor dem Ziel erfuhren wir dann, dass das Restaurant, auf dessen Parkplatz wir uns morgens getroffen hatten, uns jetzt den Platz nicht mehr geben wollte(wegen Kunden), so dass wir mitten auf einer Hauptstrasse einfach auf der rechten Spur hielten und alle 34 Mann ganz schnell hinaus mussten:) Dann gab es noch ein paar kurze Verabschiedungsszenen, denn ein paar mussten in einer Stunde schon wieder beim Beethoven Wettbewerb am Goethe Institut bei den Abschlusskonzerten im Publikum sitzen. Um 18.00Uhr ging es los, wir hatten 17.00Uhr, da blieben nicht für alle Verabschiedungen ausreichend Zeit.

Auf jeden Fall war dies ein schöner Tag und ein gutes Beispiel für das thailändische Verhältnis zu Mahlzeiten:)
Ab jetzt versuche ich auch, den Blog regelmäßig zu beschreiben(wahrscheinlich ein paar mal nach Themen und ein sonst als Tagebuch) und bald schaffe ich es bestimmt auch, Bilder hochzuladen:)
Am Sonntag sollte mein Computer endlich fertig sein*Daumendrück* ansonsten lass ich mir was einfallen, außerhalb der Abhängigkeit von Internetcafés.
Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben und Respekt für Euer Durchhaltevermögen:)

Bis dahin erstmal alles Liebe!

Euer (gar nicht mehr so kurzhaariger) Micha

Neuerung: Jetzt gibt es auch ein Gruppenfoto, mit allen, die dabei waren:)

 
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