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Sonntag, 16. Mai 2010

Krawall und Remmidemmi

Wie schnell sich doch die Dinge ändern.
In der letzten Woche noch sah es so aus, als ob die Rothemden sich auf das Angebot der Regierung/Premierminister Abhisits einlassen und den Wahltermin am 14. November, eine Amnestie für die Protestführer sowie eine friedliche Lösung akzeptieren.
Was von diesem Tage übrig bleibt? Hubschrauber, die über mir kreisen, ständiges Gewehrfeuer und viele Tote, Verletzte, die die Zukunft Thailands eher ungewiss erscheinen lassen.
Was ist geschehen? Wir erinnern uns:
am 12. März 2010 begannen die Anführer des 2006 unter Korruptionsvorwürfen aus dem Amt gestürzten Premierministers Thaksin eine Demonstration, in der sie forderten, dass der amtierende PM, Abhisit Vejjajiva, sein Amt aufgibt, das Parlament auflöst und innerhalb 30 Tagen Neuwahlen durchführt...
Dies wurde natürlich abgelehnt, also machten die "Rothemden" es sich bequem, in der Nähe des Königspalastes, auf der Ratchaprasong(da, wo die Luxuseinkaufszentren sind) und wiederholten ihre Forderungen immer vehementer, aber auch immer friedlich.

Wer sind nun diese Rothemden, wer ist Thaksin?
Thaksin Shinawatra, Schlüssel- und Symbolfigur der Bewegung wurde in Chiang Mai geboren, als Sohn einer wohlhabenden Familie genoss er eine gute Bildung, ging auf die Polizeiakademie und beendete seine edukative Laufbahn mit einem (us-amerikanischen) Doktor in Strafrecht.
Bald darauf gründete er die Shinawatra Computer and Communications Group Shin Corporation , die durch geschicktes Verhandeln und gute Beziehungen quasi im Alleingang die Mobiltelefone und Satellitenübertragung in Thailand einführte.
Schnell wurde er so einer der reichsten Männer Asiens.
Als Mann mit Ambitionen gründete er 1998 die Thai rak Thai (Thais lieben Thais) Partei und an der linken Seite des Spektrums präsentierte er sich als Kämpfer für den kleinen Mann(zuvor war er bereits stellvertrender PM und 3 Monate lang Außenminister gewesen), ließ sich zum Vizevorsitzenden wählen und war noch im gleichen Jahr Mitglied des Parlaments.
2001 dann war es endlich soweit: Thaksin Shinawatras Partei gewann die Wahl, er wurde zum Ministerpräsidenten ernannt und Thailand war "rot".

Geprägt war seine Politik durch:
- die Einführung einer Krankenversicherung für 30BHT/Behandlung(begrenzt auf den eigenen Bezirk bezahlte man im Krankenhaus 30BHT, egal für welche Behandlung, statt, wie vorher, Pech zu haben)
- Entlastungen für die ärmeren Bevölkerungsschichten(vor allem aus dem Isaan an der Grenze zu Laos)
- einer besseren Wasserversorgung
- Bekämpfung von Korruption
- Recht und Ordnung
- ausländerfeindliche Gesetzgebungen

Konkret umgesetzt wurde dies durch:
- eben jene allgemeine Gesundheitsreform
- Subventionen zur Landwirtschaft
- dem Aufstellen von Frischwasserautomaten
- einem harten Kampf gegen Drogen
- dem Gesetz, dass Ausländer kein Land besitzen dürfen

Klingt alles ganz gut, aber einige Dinge, die auch passierten:
- im "war on Drugs" wurden ca. 3.000 Einzelpersonen durch außergerichtliche Tötungen(Tötungseinheiten der Regierung) zur Abschreckung und ohne Prozess getötet
- Steuererleichterungen für seine Freunde, sich selber und alle Extremverdiener
- Straffreiheit für sich und seine Familie
- ein System der Abhängigkeit
- durch die Beherrschung großer Teile der Medien eine extreme Einschränkung der Pressefreiheit und Berichterstattung

Unterm Strich ist also Herr Thaksin ein Milliardär, der für die armen Leute kämpft, ohne Zweifel viele gute Reformen und Maßnahmen auf den Weg gebracht hat, aber eben doch vor allem darauf bedacht war, seine eigenen Schäfchen und Freunde ins Trockene zu bringen.

2006 dann wurde Herr Thaksin (wieder) mit schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert und ein besonders dubioses Geschäft(der Verkauf von Aktien im Wert von 2 Milliarden $ - ohne Steuern;)) führte zu landesweiten Protesten der APO und der regulären Opposition.
Bei diesen vorgezogenen Wahlen schafften die Thaksin Gegner es, so viele ungültige Wahlzettel und "no vote" Stimmen zu organisieren, dass das Kabinett nicht zusammen treten konnte. Jetzt stellte sich auch heraus, dass Thaksin(der insgesamt immer noch über 50% erhalten hatte), die Wahlbeobachter bestochen und hatte bedrohen lassen.
Auf einer Dienstreise in den USA ergriff am 19. September 2006 das Militär die Initiative, besetze das Parlament, Bangkok und suspendierte Thaksin in Abwesenheit.
Nach zwei unblutigen Wochen ernannte das Militär eine Übergangsregierung welche wiederum für 2007 ein Verfassungsreferendum und Neuwahlen ansetzte.
Die Verfassung wurde akzeptiert, bei Neuwahlen gewann eine Nachfolgepartei der Thai Rak Thai(TRT) und die demokratische Partei Abhisits wurde zweitgrößte Kraft.
Gleichzeitig wird die alte TRT aufgelöst und Thaksin und 100 hohen Politkern verboten, innerhalb der nächsten 5 Jahre politisch aktiv zu werden, aufgrund ihrer Wahlfälschung.
Das Verfahren wegen Korruption allgemein und einigen faulen Geschäften speziell läuft an, Thaksin flieht nach England. Es drohen bis zu 13 Jahre Haft.

Mit der neuen Regierung nicht zufrieden besetzen die "Gelben"(Konservativ und königstreu) den Flughafen und halten Urlauber im Land fest, bis es Neuwahlen gibt.
Nach einigem Hin und Her wurde schließlich die "Union für Demokratie" als Regierung eingesetzt, 2008 dann besagter Abhisit an der Spitze der Gelbhemden Premierminister.
Diese Regierung steht für:
- Versorgung der alten Eliten
- Königstreue
- Unterdrückung der Presse
- Korruption
- Recht und Ordnung
- Verbesserung der Infrastruktur

Es herrschte Ruhe.

2009 gab es wieder Aufruhr, weil Thaksin nicht ausgeliefert wurde, einen Pass von Montenegro erhielt und in Kambodscha zum Wirtschaftsberater ernannt wurde. Thailand war not amused, zog seinen Botschafter ab und beide Länder schrien sich über die Grenze hinweg an.
Nichts passiert.

Dann - 2010. Im Februar werden ca. 900 Millionen € von Gerichten aus Thaksins Vermögen eingefroren, bis ein Grundstücksdeal geklärt wird. Es gibt Granatenanschläge auf die Bank, die die Konten verwaltet.
Am 10. März beginnen die Demonstrationen. Lange geplant und finanziert, sollen bis zu 1 Million Demonstranten nach Bangkok kommen, am Ende sind es ca. 100.000.
Verhandlungen schlagen fehl, die Demonstranten halten an ihren oben genannten Forderungen fest. Das Leben geht ganz normal weiter, man kann sich komplett frei in der Stadt bewegen.
Am 10. April 2010 übernehmen Demonstranten einen Sender und erreichen, dass Abhisit zusammen mit dem Militär versucht, die Lager zu räumen und "Ruhe und Ordnung" wieder herzustellen. Hilarity does not ensue.
Am Morgen des 11. April sind ca. 25 Menschen gestorben(Soldaten und Demonstranten, 1 Fotograf) und über 800 verletzt.
Ein Patt entsteht, Verhandlungen beginnen, die Stimmung heizt sich auf.
Am 22. April werden an der U-Bahn Haltestelle Sala Daeng auf einer Einkaufsstraße am Abend 4 Granaten gezündet. Ein Mensch stirbt, 80 werden verletzt, 2 Seiten beschuldigen sich gegenseitig.
An diesem Punkt hat das Militär immer wieder seine Loyalitäten gewechselt und klar gemacht, dass sie nicht auf die Regierung hören, wenn sie nicht wollen.

Am 3. Mai bietet Abhisit an, im November Neuwahlen zu halten, den Rothemden eine Generalamnestie zu gewähren und die Geschehnisse des 10. April sowie des 22. April zu untersuchen. Die roten nehmen an, bleiben aber vor Ort.
Abhisit sagt, dass die Abmachung war, dass sie räumen.
Die Roten lehnen ab, wollen jetzt den Vizepremier vor Gericht sehen und Neuwahlen in 30 Tagen. Der Premier ist not amused: das Militär kreist die Demonstranten ein(es sind noch ca. 5.000-6.000 übrig) und will den Nachschub an Wasser und Essen verhindern.
Es kommt zu kleineren Auseinandersetzungen, Anschlägen und es gibt immer wieder Gerüchte. Die wichtigsten:
- "Morgen räumt die Armee"(täglich)
- "Jeder bekommt 1000BHT am Tag von Abhisit wenn er bleibt"
- "Viele Rote wissen gar nicht, für was sie demonstrieren"

Es wird heisser, die Rhetorik schärfer und am Abend des 14. Mai wird ein rotgewordener ehemaliger General per Kopfschuss nieder gestreckt.
Am Morgen des 15. Mai beginnen auf den beiden Stadtautobahnen und Zufahrtsstraßen Rama 4 und Sathorn Road Straßenschlachten mit Barrikaden und scharfen Waffen.
Das Militär beginnt, mit scharfer Munition zu schießen, erhält Schießbefehl und Scharfschützen positionieren sich.
Die Roten schwören, "bis zum letzten Blutstropfen" zu kämpfen, die "Gelben"(Regierung) kündigt an, dass die Schulferien eine Woche verlängert werden und dass das Land zwar um die Opfer trauern müsse, aber trotzdem den Kurs halten und Recht und Ordnung wieder her stellen müsse. Wahlen sollen immer noch stattfinden.
Thaksin feuert seine Anhänger an.
Mittlerweile erreichen die Opferzahlen über 30, auf Reporter, Frauen und Kinder wird gleichermaßen geschossen. Die Bilder sind dramatisch, die Stimmung gespalten, die Situation eskaliert.
Vom König hört man nichts mehr, vor 1 Monat hat er appelliert, eine friedliche Lösung zu finden. Am Krönungstag am 5. Mai wurde er bei Zeremonien im Fernsehen präsentiert, aber präsent in der Politik ist Bhumipol nicht.
Das Militär kündigt an, dass es wohl nicht "schnell" vorbei gehen wird, in den betroffenen Gebieten schließen viele Geschäfte und eine Ausgangssperre ab 18.00Uhr wird eingesetzt.

Ich hoffe, dies kann ein bisschen Klarheit in die Geschehnisse bringen. Insgesamt fühle ich mich NICHT bedroht, das Goethe Institut wurde Freitag Mittag geschlossen und bleibt es erst einmal bis Mittwoch, aber wir stehen in regem Kontakt, alleine sein muss keiner.
Meine Hauptinfoquellen sind momentan diese:
http://www.thaivisa.com/forum/Thailand-News-clippings-f18.html
Bangkok Post
The Nation
und
Schönes Thailand

Beim Lesen: Nation und Bangkok Post sind sehr regierungsfreundlich, Schönes Thailand? dagegen die deutschsprachige rote Propagandaseite.

Hier bei mir zu Hause höre ich im Moment viele Schüsse, die kreisenden Hubschrauber, aber dennoch sind die Nebenstraßen sicher.
Meine persönliche Prognose(obwohl ich mich, wie jeder andere auch, schon 300mal geirrt habe):
Die Regierung/Militär ziehen es (blutig) durch, es gibt mehrere hundert Tote in 1-2 Wochen. Das Militär setzt eine Übergangsregierung ein, im November gibt es Neuwahlen. Die Roten gewinnen und das Spiel mit den gelben Protesten geht von neuem los...

Wer unbedingt eine Karte haben will, der gebe bei Google Maps
a) Goethe Institut Thailand
b) Lumpini Park ein
Dort arbeite ich(wohne um die Ecke) und dort in der Nähe passiert das meiste. Es sieht aber näher aus, als es ist, ich und die meisten anderen fühlen sich sicher!
Keine Sorge, ich spiel auch nicht den Helden und bin nicht zu neugierig.
Bilder gibt es heute keine, aber Updates öfter - versprochen

Good Night and Good Luck!

Donnerstag, 15. April 2010

Far Behind

Heute ist der 15. April und das bdeutet, dass ich schon seit einer Woche wieder in Thailand bin und seit 3 Tagen alleine.

Wir sind von unserer Reise zurück und es hat zwar nicht für Vietnam gereicht, dafür sind wir länger in Laos geblieben, wo alle Menschen Brüder und Schwestern sind und man auch als prekär Verdienender schnell Millionär wird(bei einer Wechselrate von ca. 11.000Kip pro 1 €).
So weit wie es führen würde, hier alle Einzelheiten, Begebenheiten und Geschichten zu erzählen, könnte ich hier und jetzt meinen ersten Roman schreiben. Da ich aber dazu zu faul bin, muss es wohl die Zusammenfassung mit ein paar kleinen Anekdötchen tun.
Um es auch ein bisschen übersichtlicher zu gestalten, gibt es die Unterteilung in die Links
Von Thailand nach Laos
Laos
Myanmar

Mittwoch, 3. Februar 2010

Time after Time

Es gibt diese Woche noch was Neues, bloß ist noch nicht allzuviel passiert, aber sobald ich von meinen Raubzügen auf die Fensterbank abgesprungen bin, stehen die Weichen wieder auf TEXT! Und Informationen:)

Montag, 11. Januar 2010

It's Been Awhile

Mea culpa! An dieser Stelle wünsche ich allen Leserinnen und Lesern erst mal ein frohes Neues Jahr und hoffe, dass alle erholt sind und so schön rein gefeiert haben wie ich.

Ich habe lange nichts von mir hören lassen, ich weiß, dennoch habe ich meinen Blog nur vernachlässigt, aber nicht ausgesetzt.

Zu meiner Verteidigung kann ich aber anbringen, dass ich wirklich sehr viel zu tun hatte –

Ende des Jahres war ich nämlich noch auf meinem ganz persönlichen eigenen Visarun vom 12.-15. Dezember in Singapur, dem Land der Ordnung und Sauberkeit. Das Gegenteil von Abenteuerurlaub. Heimat der Eskimos(glaube ich zumindest, da alle ihr Haus in einen Iglu verwandelten…)

Thailand mag nämlich das Land des Lächelns sein, aber nicht der offenen Grenzen; deswegen musste ich, im Anbetracht eines bald auslaufenden Visums dann einen Abstecher nach Singapur machen und dort die thailändische Botschaft in das Sightseeing Programm zu integrieren. Singapur, weil die Botschaft dort gut organisiert sein soll.

Gereist wurde diesmal zu dritt, Philipp und Liss, die an der Schweizer Schule sind, braucht auch ein neues Dokument um wieder Asyl zu erlangen und so erkundeten wir Singapur zu dritt, optimistisch und dank lückenhaftem Allgemeinwissens auch ohne Vorurteile.

Nun mag Singapur vor allem berühmt sein als das Land, in dem Kaugummi verboten ist, aber nur wenige wissen, dass auch Homosexualität dort immer noch strafbar ist und dies das einzige Land der Welt ist, in dem man nichts Duty Free einkaufen kann. Soviel zu den Vorzügen und Vorurteilen, kommen wir zu dein Eindrücken, des Platzes wegen in Stichpunkten und Bildern.

Also: Singapur hat 4 Amtssprachen und auch wenn es nicht glänzt, wie in einer Werbung für Bodenreiniger, so ist es doch um Einiges sauber als die Stadt der Engel(wahrscheinlich auch als die in Nordamerika) und was die Mülleimer angeht, ist es ein wenig, wie in einen Zerrspiegel zu schauen…während man in Bangkok stundenlang seinen Müll mitschleppt, fehlt in Singapur nur, dass einem jemand den Müll aus der Hand nimmt.

Interessant war aber, wie gut die 4 Sprachigkeit funktioniert – es sind wirklich alle Schilder in 4 Amtssprachen gehalten: Chinesisch, Hindi, Englisch und Indonesisch. Auch die Mischung scheint sehr konfliktfrei zu sein, auch wenn die Regierung das durch Wohnquoten(zur Verhinderung von Ghettobildung) regelt. In Chinatown hat das dann zur Folge gehabt, dass ich zum ersten Mal in Worte fassen konnte, was ich am Stadtstaat so merkwürdig fand. Es ist alles dort, was man von einer asiatischen Metropole erwartet: Europäer, Shopping Center, viel Essen, Marktstände und Tempel mitten zwischen den Hochhäusern, aber dadurch, dass es so aufgeräumt ist, macht alles den Eindruck, als würde man durch die Disneyversion laufen, alles ist ausgeschildert, organisiert, die Menschen achten auf die Ampeln und man hat ständig das Gefühl, bestimmt gerade irgendeine Regel zu brechen. Verstärkt wurde das surreale Gefühl mal wieder durch die Vorweihnachtszeit; natürlich auch bei 32 Grad, aber hier habe ich es dann einfach wie einem Freizeitpark akzeptiert, wo ja mutierte Mäuse und Enten auch jeden Tag feiern;) Mit diesem Gedanken im Hinterkopf waren dann die Christmas Carolers nicht mehr so schlimm, obwohl ich dann auf einmal den merkwürdigen Drang zu Zuckerwatte, Achterbahn zu fahren und Eis essen hatte.

An der Visastelle hat letztendlich auch alles gut funktioniert, aber wir haben eine Lektion in Höflichkeit und thailändisches Beamtenwesen erhalten. Weil meine Mitstreiter ein „falsches“ Einladungs-/Bürgungsschreiben mithatten und 10 Minuten versucht haben, der Frau zu erklären, dass wir keine Arbeitserlaubnis haben und ihre Kollegen in Thailand sich weigern, das zu machen, was sie uns nahe legte, gab es im Haus das (bestimmt) Verrückte macht, die lückenlose Argumentation „No more argument on this counter!“ und wir waren unserer Audienz entlassen. Glückicherweise haben wir dann doch am nächsten Tag alle unser richtiges Visum bekommen and all was well, wie eine ganz bestimmte Britin jetzt sagen würde.

Viel gesehen haben wir von der Stadt nicht, wir sind viel ziellos durch die Straßen gewandert, aber am spannendsten war immer noch Little India, in dem wir auch wohnten, in einer süßen Hostel die so gar nicht Singapurisch war in der Hinsicht, dass sie bezahlbar war.

Gelohnt hat sich der Trip aber allein schon wegen der Möglichkeit, das Gruppenverhalten von Tausenden von indischen Männern zu beobachten. Denn am Sonntag, dem 13.12.2009 muss wohl irgendetwas Wichtiges passiert sein, denn ganz Little India(und ich meine GANZ!) war vollkommen überfüllt und verstopft mit Indern, die alle nur auf der Straße rumstanden und ihre Schnurrbärte präsentierten. Es war so voll, dass man sich kaum bewegen konnte, aber alle standen nur herum und das Unheimliche an der Situation war, dass es nur Männer waren. Madness in any direction. Keinen einzigen Sari sah man, keine Kurta, die Frauen waren weg – vielleicht können sie sich ja verwandeln, als Ethnologe bleib ich dran;)

Am nächsten Tag war alles wieder normal und aus Sparta wieder Singapur geworden(von wegen Madness, hehe)

So als Abschluss ist Singapur interessant, aber länger als 3-4 Tage bleiben lohnt sich nicht, die Stadt hat im Quest des Perfektionismus und im Bestreben, krampfhaft den „tollen Westen“ nachzuahmen, leider seinen ganzen Charakter verloren. Interessant, aber als Reiseziel extra nicht spannend. Schön- das ganz sicher, aber, um die Worte eines sympathischen Fresinger Hip Hop Quintetts zu sagen: Auch „manches Lied hat den Schwachpunkt, das es zu glatt und perfekt klingt“.

Ach ja, falls irgendjemand weiß, mit wem Singapur mal im Krieg stand, ich würde es gerne wissen, auf einer alten Festung stand immer nur, dass die Kanonen und Waffen durch geschickte Verhandlungen nie gegen „den Feind“ eingesetzt wurden…wer war der Feind!?

Jetzt gibt es noch ein paar Bilder, und morgen schreib ich dann über den Jahreswechsel und Weihnachten – mit Neidbildern;) Aber jetzt bin ich zu müde, weil ich heute um 04.00 zum Flughafen gefahren bin um Imke zurück nach Deutschland zu lassen und meine Borschaft zu verkünden…oder so ähnlich…Ich sollte schlafen…Bis morgen und viel Spaß mit Fotos:)

Sogar die Wuselmärkte sind hier ordentlicher...
Chinatwon - coming soon to a capital near you!
Nee, wat schön, die Orchard Road im Christmas Fever -->Shopping:)
Micha auf nem - na: Stairway to Heaven;)
Und es gibt doch Zigarettenkippen auf dem Boden;)
So siehts mal aus, Tempel und Hochhäuser...
 
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