Donnerstag, 15. April 2010

1: Von Thailand nach Laos

Alles begann am Abend des 12. März 2010 um 22.00Uhr am Hauptbahnhof Bangkoks, der Hua Lampong Train Station. Die roten Demos waren noch belächelt, als sie sich langsam sammelten und wir machten uns aus der Stadt, bevor es richtig anfing.
Die erste Station war wie angekündigt Phitsanulok, von wo aus wir in die alte Hauptstadt Siams, nach Sukothai . Wir kamen um 04.00Uhr morgens an, und hatten das Glück, dass wir um halb 6 mit dem Bus weiter fahren konnten, im Luxus schwelgend, mit Beinfreiheit, Wasser, Klimaanlage und ohne Zwischenfälle - ein Luxus von dem wir später noch oft träumen sollten. Thailand - Land des Lächelns und (noch) der schönen Busse.
Als pflichtbewusste und interessierte Kultur/Religionswissenschaftler mieteten wir uns dann auch vor Ort ein Fahrrad und erkundeten die historische Stätte, umgeben von Geschichte mussten wir aber irgendwann einsehen, dass für junge Thais dann doch ihre stolze Geschichte nicht so spannend ist, wie zwei blasse Europäer auf Fahrrädern, scheinbar zumindest ein besseres Fotomotiv, wenn man von dem einen Tourbus voller kichernder Schüler mit Kameras ausgehen kann.
Voll mit Kultur(und Milchshake) ging es dann im nächsten Bus weiter nach Chiang Mai "Perle des Nordens", "Blumenstadt", da wo alle immer hinwollen - oder so ähnlich.
Hier erwarteten uns eine Armee von Tuktukfahrern, die beim aus-dem-Bus-purzeln "Where you go?" "Tuk Tuk?!" ins Gesicht schrien, umringten und einer, der uns tatsächlich in die Hostel fuhr, in die wir wollten. War leider voll, doch nebenan war Platz.
Angekommen lockte uns zuerst ein kleiner Rundgang, ein Abendessen und erste Blicke in den Reiseführer(so gut vorbereitet sollten wir nie wieder werden).
Am nächsten Morgen gab es Pflichtprogramm und was gibt es in Chiang Mai vor allem? Tempel und Essen, wer hätte das gedacht. Der berühmte Nachtmarkt fand erst Nachts statt(Who would've known?),also machten wir uns an unser selbst gesetztes Limit(höchstens 2 Tempel). An Nummer 1 konnten wir unauffällig Mönche beim Segnen beobachten und liessen uns von einem sympathischen jungen Mann ansprechen, der uns eine Stadttour für wenig Geld anbot, inklusive Besichtigung "traditionaler Handwerksbetriebe";) . Da es wenig Geld war und wir das Versprechen hatten, nichts kaufen zu müssen, gingen wir darauf ein und lernten schnell, dass es auch Vorteile hat, dass die Thailänder so freundlich sind und nicht zeigen, wenn sie beleidigt sind und enttäuscht, dass man nichts kauft;)Wir haben dann noch 2 Tempel mehr gesehen(unser Karma müsste jetzt eigentlich für immer gesichert sein)und als krönenden Abschluss gab es am Ende dann noch Vögel zum Freilassen zu kaufen(wahrscheinlich werden die gleichen Vögel 4mal am Tag gefangen und freigelassen -aber nie wieder von Imke!)
Am Abend schlenderten wir dann noch über den Nachtmarkt, Micha deckte sich für seine Zukunft als Hippie ein, Geschenke und Mitbringsel wurden beschafft und nach einem Shake(Überraschung!) und einer 2 Stunden dauernden Suche nach etwas vegetarischem zum Dinner wurden wir sogar satt und entschieden uns gegen Trekking und Tempel und für Yoga...

And Yoga it was, wir liessen uns von Stephanie im Gentle Yoga Schnupperkurs anleiten, hatten sogar die berühmte "Baumpose" und ich kann jetzt in mein Herzchakra atmen(merkwürdigerweise kamen mir Gedanken, die Haare mal wieder wachsen zu lassen...) und trotz der teilweise merkwürdigen Verrenkungen, dem Fehlen des Sonnengrußes waren wir am Ende extrem entspannt, können behaupten, Yoga in Chiang Mai gemacht zu haben und beim Frühstück habe ich sogar das Wort für Mango vom freundlichen Fruchttüen Verkäufer gelernt:)
Alles war also gut an diesem Zeitpunkt, wussten unsere armen beiden Hauptdarsteller jetzt nämlich noch nichts vom drohenden Unheil, dass sich anbahnte und dem erbarmungslosen Schicksal, dass eiskalt zuschlagen sollte...

Frohen Mutes machten wir uns auf zur Busstation, die uns nach Udon Thani und dann nach Nongkhai(der süßen kleinen Grenzstadt an die wir uns bestimmt alle noch erinnern) bringen sollte. Unser Bus fuhr um 19.30Uhr, um 07:30 sollten wir in Udon sein, der Sonnenuntergang war malerisch, die Klos sauber, die Muskeln entspannt und der Bus ein Traum...
Wir fuhren pünktlich los, es war dunkel und beruhigt lehnte ich mich in meinem Sitz zurück(der sich fast horizontal stellen ließ), unwissend, ob dem, was die Dunkelheit bringen sollte...
Um 24.00Uhr wachte ich auf, zu einem stehenden Bus. "Kein Problem, wahrscheinlich nur eine Pinkelpause" - dachte ich. Aber wir standen schon seit 2 Stunden, hatten wohl eine Panne. Auch nicht schlimm, ich machte die Augen wieder zu und um 04.00Uhr wurden alle geweckt, "Aussteigen!" neuer Bus. Wir hatten uns nicht bewegt, dafür wurde jetzt alles umgepackt, in einen ausrangierten Bus, den die Wuppertaler Stadtwerke nicht für geschenkt hätten haben wollen...
Na gut, umsteigen, hoffen, dass wir irgendwann mal ankommen und versuchen wieder einzuschlafen...3 Strikes - denn
1) der Sitz hatte die Bequemlichkeit eines Verhörstuhls während der Inquisition und liess mit ganz viel Mühe um ca. 3,4° nach hinten stellen
2) die Stossdämpfer wurden gegen Pogosticks ausgetauscht
3) die Klimaanlage funktionierte zwar nicht, aber kalt wurde es trotzdem, denn sie hatte einen offenen Bruch. So offen, dass das kalte Wasser in unregelmäßigen Abständen in unseren Nacken kippte und unsere Taschen durchnässte, die Dusche sparte und für Bordunterhaltung sorgte, denn im Gang hatten wir jetzt eine Wasserrutschbahn.

Wenigstens mussten wir uns keine Sorgen machen, von der Straße abzukommen, denn Eile war beim Fahrer nicht geboten, die 6 Stunden Verspätung waren kein Anlass zu Hetzen.
Zu empfehlen ist die Fahrt auf jeden Fall unter dem Gesichtspunkt Preis/Leistung, denn wir haben immerhin am Ende 19,5h Busfahrt zum Preis von 12 bekommen.
Unfassbar war unser Erstaunen, als wir tatsächlich irgendwann das gelobte Grenzgebiet erreichten und die arme Frau, die uns(sprich: mir) bei der Immigration helfen wollte und uns zur Grenze fahren wollte.
Als wir also um 15:00Uhr ankamen, erfuhren wir, dass Immigration noch genau eine Stunde offen hätte, aber in guter thailändischer Tradition wurden wir dreimal gefragt, ob wir sicher nicht zuerst etwas essen wollten:)
Dort angekommen, zitterte ich ein wenig, ob denn jetzt wohl alles durch die aufmerksamen/gelangweilten Augen der Beamten gehen würde. Aber sie waren so besorgt, dass ich gut weiter komme, dass sie mich um 3800BHT erleichterten und jetzt darf ich bis Dezember rein und raus wie ich möchte - Yippi kay Yay!
Nach einem Essen(um örtliche Tradtionen zu wahren) und nachdem wir mit einem schlechten Gewissen und Unmengen an frischem Obst von unserer Begleitung ausgestattet worden waren, machten wir uns auf, die Grenze zu durchschreiten, den Fluss zu überqueren. Auf ins Land der Baguettes, des guten Kaffees und des Triumphbogens - auf nach Laos!



Morgens, halb 5 in Phitsanulok - Knoppers - Fehlanzeige...
Kultur in Sukothai, den Guide gabs umsonst...
I want to ride my bicycle...
Vegetarisches Bioessen aus Plastikschalen
Nur gucken, nicht kaufen - vielleicht noch ein paar Fotos;)

Diesmal ein Chiang Mai Marktstand:)
Spread the word! Sweet Home...
Tempel, mal verschwommen;)
Who would even think of that?
Unsere Klimaanlage...

Bordering on Adventure

Far Behind

Heute ist der 15. April und das bdeutet, dass ich schon seit einer Woche wieder in Thailand bin und seit 3 Tagen alleine.

Wir sind von unserer Reise zurück und es hat zwar nicht für Vietnam gereicht, dafür sind wir länger in Laos geblieben, wo alle Menschen Brüder und Schwestern sind und man auch als prekär Verdienender schnell Millionär wird(bei einer Wechselrate von ca. 11.000Kip pro 1 €).
So weit wie es führen würde, hier alle Einzelheiten, Begebenheiten und Geschichten zu erzählen, könnte ich hier und jetzt meinen ersten Roman schreiben. Da ich aber dazu zu faul bin, muss es wohl die Zusammenfassung mit ein paar kleinen Anekdötchen tun.
Um es auch ein bisschen übersichtlicher zu gestalten, gibt es die Unterteilung in die Links
Von Thailand nach Laos
Laos
Myanmar

Freitag, 12. März 2010

The Road

Hallo liebe Sonnenkinder

Ein kleines Update gibt es heute, ein wirklich winziges, dafür mit der höchsten Wort- zu Bild Quote bisher...
Imke und ich machen uns heute abend auf unsere große Reise von Nordthailand nach Laos, Vietnam und Myanmar. Heute Nacht um 22.00Uhr machen wir uns auf den Weg nach Phitsanulok(weg von den aufmarschierenden Redshirts) und werden morgen früh um 04.20 ankommen und einen Bus nach Sukkothai nehmen, der ersten Hauptstadt Siams, von wo es uns nach Chiangmai verschlagen wird. Dann geht es nach Nonkhai und von dort über den mächtigen Mekong(diesmal geht es über die Brücke!), der diesmal bewzungen wird. Ich hab zwar noch nicht das richtige Visum, aber das wird schon.

Die Route wird uns auf jeden Fall von Laos nach Vietnam verschlagen, wo wir am Ende von Hanoi aus durch Kambodscha nach Bangkok fahren und von hier dann nach Myanmar fliegen werden.
Zwischendurch werden wir uns auch versuchen zu melden, jetzt warten die letzten Vorbereitungen und ein Oreo auf mich...
Es wird spannend! Bis bald,

Micha und Imke

Montag, 22. Februar 2010

W(h)at`s Up?

Da die letzte Woche arbeitstechnisch nicht viel brachte möchte ich an diesem Punkt vielmehr etwas über die religiöse Alltagswelt berichten, so wie sich mir hier bis jetzt offenbarte.
Vorab ein paar obligatorische Fakten:
Betrachtete Region:
Thailand

Größte Religion:
Buddhismus (genauer: Theravada – Buddhismus )

Bekennende Buddhisten:
Ca. 95% , wir können also ruhigen Gewissens von einer homogenen religiösen Landschaft sprechen.

Nun, ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht(sonst wäre die Sache ja nach einem guten Wikipedia Artikel erledigt und Religionswissenschaftler schnell(er) arbeitslos).
Denn: in Thailand gibt existiert besagte buddhistische Schule natürlich nicht in „Reinform“(solches gibt es ja insgesamt eher selten, auch wenn manche das Gegenteil behaupten mögen…); in die religiöse Praxis vor Ort haben sich neben einigen hinduistischen Elementen auch noch einige ältere animistische und panentheistische Vorstellungen eingeschlichen und auch einige Hexenkulte werden praktisch am Leben erhalten.
Dies findet Ausdruck in diversen Dingen, eins davon zum Beispiel diverse Tätowierungen in alter Khmer-Schrift, die zumeist Zaubersprüche zur Abwendung böser Zauber sind(oft zu finden bei Motorradtaxi- und TukTuk-Fahrern. Offenbar haben alte Götter auch den Sprung von berittener Kavallerie und Schlachten zu Blech und Hauptstraßen geschafft). Meistens sind Tätowierungen (bei Menschen jenseits der 25) aber eher in niedrigeren Einkommens- und Gesellschaftsschichten anzutreffen. Als Modeobjekt kommt es erst langsam in Mode und auch die bei uns bekannten „Arschgeweihe“ gibt es dann (vor allem in Pattaya) ab und an zu bestaunen, meistens wohl als Liebeszauber und ein nach einem Blick in die Visastelle der deutschen Botschaft wohl auch recht erfolgreich…
Die Amulette dagegen sind unabhängig und an jedem Markt mit mehr als 2 Ständen erhältlich, in allen Formen und Farben: als Ganesha, Buddha, *religionswissenschaftleraus* als obskurer alter, ausgemergelter alter Mönch mit Glatze und irrem Blick *religionswissenschaftleran* als überdimensionaler(hoffentlich ) Phallus, diverse Drachen, Kröten und natürlich das Wahrzeichen Thailands: der Elefant. Auch bekannt als Chang. Manche Amulette bestehen auch aus Elfenbein, aus Metallröhrchen mit buddhistischen Gebetsformeln (also auf Sanskrit), aus Büffelhaaren, Federn, alten Münzen und manchmal auch aus Reliquien besonderer spiritueller Personen(also meistens aus toten alten Männern).
Besagte Amulette haben auch besondere Kräfte inne, können vor Geistern schützen und haben für einen unglaublich lächerlichen Preis meist auch noch einige andere tolle Eigenschaften
Ein Element, dass man definitiv nicht bestreiten kann, ist die Tatsache, dass sie die Klassen vereinen, denn man sieht erfolgreiche(also monetär) Geschäftsleute, Mönche, Barmädchen, Lehrer(in der Gesellschaft hoch angesehen, wenn auch nicht hoch entlohnt) und Schüler, genauso wie Filmstars, Taxifahrer und Köche.
Wobei grundsätzlich gilt, bis auf die sehr offensichtlichen Talismane können die meisten das, was man gerade von Ihnen braucht. Im Alltag fest verankert sind auch die sogenannten Geisterhäuschen. Diese Gebäude findet man normalerweise vor jedem Haus, an dessen Errichtung Thais beteiligt waren. Meist entweder direkt vor dem Haus oder auf dem Dach, sind diese kleine Gebäude, die von einfachen Konstruktionen mit Ähnlichkeiten zu einem Vogelhaus reichen bis hin zu kunstvollen und großen Gebilden, die schon von weitem beeindrucken. Jeden Morgen(ohne Ausnahme) werden dort Opfer dargebracht – Räucherstäbchen entzündet, Essen dargereicht und ein kurzes Gebet oder eine kurze Andacht. Nachdem ich die erste Verwunderung verwunden hatte, und auch den Geruch nicht mehr so exotisch fand und auch nicht mehr dachte „oh wie schööön….“ Bin ich der Sache dann doch mal auf den Grund gegangen und habe durch teilnehmende Beobachtung und Leitfadeninterviews heraus gefunden, was es damit auf sich hat: und voilá:
Die Geisterhäuschen sind ganz einfach und selbstverständlich errichtet, damit der ehemals dem Grundstück ansässige Geist, der nun durch die rücksichtlosen Menschen vertrieben wurde, nun ein neues Heim hat und nicht Rache an den Frevlern übt. Ganz einfach also.
Diese Gebilde finden sich aber ziemlich ausnahmslos an jedem Gebäude, ob es jetzt ein Luxushotel, wie das Millenium Hilton ist, eine Wellblechhütte in den Slums im Außenbereich Bangkoks oder auch so etwas weltliches wie das Siam Paragon Shopping Center – sie alle haben ein Geisterhäuschen, wobei man den Status des Gebäudes oder der Besitzer auch oft genug ablesen kann am Stil und an den Verzierungen. Thailändische Bei thailändischen geistern kommt es wohl auf die Größe an…
Religion spielt hier also auch im dichtesten Alltag und an jeder Hauptverkehrsstraße eine wichtige Rolle, auch wenn sie oft unterzugehen scheint.
Und diese Alltagstauglichkeit ohne strafenden Gott, ohne Sünden, Ablass und böse Hierarchien ist es ja, was den Buddhismus so romantisch erscheinen lässt. Denn wenn man jetzt Mist baut, gibt es ja noch das nächste Leben. So die Vorstellung und so auch das Credo vieler Thais. Das führt einerseits dazu, dass man wirklich sehr tolerant wirkt, bzw. dass das Leben, bis auf ein paar bunte Statuen und Zeremonien ab und zu sehr säkular wirkt und ein gläubiger Mensch(als die sich hier wahrscheinlich wirklich die 95% bezeichnen würden) durch seine Religiösität immer noch das machen kann, was ihm gefällt. Auch tolerant ist der Buddhismus, denn wo es keinen EINEN Gott und nicht DEN Weg gibt, kann man ja auch nicht den solitären alleinigen Wahrheitsanspruch haben und andere durch Blutvergießen von der eigenen Barmherzigkeit überzeugen, nicht wahr?
Na ja – fast: die Realität sieht leider so aus, dass es auch im Buddhismus Glaubenskriege gab, der Buddhismus mit seiner Kette aus Karma und Dharma kann auch wunderbar umfunktioniert werden als Herrschaftsinstrument, in dem eben jeder seinen angestammten und „verdienten“ Platz in der Befehlskette hat.
Was allerdings stimmt, ist die Toleranz gegenüber anderen Religionen, was aber leider auch viele zu dem Irrglauben verleitet, dass es im Buddhismus nicht auch ein paar absolute NoGos gibt, Tabus, die man einfach nicht brechen sollte und die einem mehr als einen schlechten Ruf einbringen. Denn auch, wenn die thailändische Kultur von Zurückhaltung geprägt ist, bedeutet es nicht, dass man alles machen darf, nur weil man nicht sofort angeschrien wird.
Beispiele dafür liefert Ayuthaya einige: dort ist gibt es noch viele Tempel(Wat – get it?), die meisten leider zerstört(wie mir meine burmesischen Begleiterinnen regelmäßig ins Gedächtnis gerufen haben;) ). Ein paar Beispiele habe ich ja gestern schon gegeben, und weil ich heute in Schreiblaune bin(und zudem noch ein wenig Zeit an meinen kurzen Fingern habe) gibt es noch mehr.
Natürlich 1: Schuhe aus!
2: Nicht über andere betende Hinüber steigen, immer außen herum
3: die Regel mit den Füßen gilt zwar nirgends in Thailand so richtig, aber in Tempeln sollte man nicht mit den nackten Füßen auf andere Menschen zeigen

Das sind eigentlich die wichtigsten, davon abgesehen schaut auch die farangs niemand komisch an, wenn sie beten, Mönche sind Alltag, auch alltagstauglich(vereinzelt kaufen sie auch dezentral gelagerte günstige Kopien von ansonsten sehr teurer Software…) und ein kurzer Wai vor dem Buddha für Thais angebracht.
A pro po Mönche und alltagstauglich: meine arme romantische Seele musste schon etwas leiden unter dem Anblick der asketischen, vorbildlichen spirituellen Vorbilder, die sich auf dem Weg zur Erleuchtung und dem Pfad der weltlichen Entsagung in der Pause während der Busfahrt erstmal genüsslich ne Kippe anstecken. Oder sich im Pantip Plaza mit fast legaler Software eindecken…Nun ja, der Weg ist wohl lang und staubig, vielleicht kommt die Erleuchtung wenn man ein paar mal stolpert doch schneller…
Leider muss ich die besten Bilder mal wieder auf morgen verschieben, aber immerhin hab ich diesmal ein paar und auch Lesefutter ist Futter, ein bisschen Fantasie ist in unserem Medienzeitalter vielleicht auch ein ganz gutes Training;) Diese Woche gibt es auch meine Lieblingstempel…
So long,
Micha
Mein Lieblingselefantengott in verdienter Pracht:)
Ein Geister"häuschen" in nächtlicher Pracht

Was man als guter Gläubiger halt so darbringt:)

Montag, 8. Februar 2010

The Reminder

Besser spät als nie kommt hier mal wieder ein Update – arbeitstechnisch ist nicht viel passiert, deswegen schreib ich doch einfach mal etwas über das, wofür Thailand allgemein und Bangkok speziell berühmt ist…wurde doch immerhin ein ganz Lied der Bangkoker Nachtszene gewidmet(zu finden HIER).
Was ist also das Gesicht des Sextourismus in Bangkok?
Es ist nicht das Gesicht Pattayas, die Stadt, die nur aus einem einzigen riesigen Rotlichtviertel besteht…es ist auch nicht die Straße, an der ein Spiegel am Zaun, um sich dort für ihre Freunde hübsch zu machen, gelangweilt Kette zu rauchen und schmale Jungs in hautengen Tanktops lässig an der Ecke stehen.
Vielmehr als die Stripclubs, Go-Go Bars und Einladungen zu Ping Pong Shows auf der Khao San Road und in Pattaya ist es der ganz normale Alltag, der nur ab und zu irritiert.
Das durchschnittliche Gewand des Frauentourismus ist hier nicht ein kleines Kind, dass ein 60-jähriger an der Hand mit nach Hause nimmt, sondern vielmehr das Lachen von zwei betrunkenen Europäern Anfang 30, die in einer Kneipe sitzen und für 10€ die Zeit ihres Lebens haben und sich wie Könige fühlen, dabei absolut armselig aufführen. Die sich hier ihren Traum vom Playboy Millionär erfüllen wollen, dabei alles haben, was es zu Hause nicht gibt, Luxus, Macht und Frauen. Ganz oben sind sie ganz unten angekommen, lachen immer noch über die eigenen Witze, während ihre Begleiterinnen einen Schmollmund ziehen, gelangweilt schauen und sich hin wieder zu einem angedeuteten gespielten Lächeln hinreißen lassen – auf Einladung.
Nicht die Sünde oder die exotisch-erotischen Eroberungen sind es, die hier so verlocken, es ist das Gefühl, Geld(man selber) könne alles kaufen und wer das Geld hat bestimmt alles, hat Recht. Obwohl vorhanden, wird der typische Europäer in diesem Land selten an Tore kommen, die ihm verschlossen sind, die zu teuer und edel sind. Verführerisch scheint man nie in die Situation zu kommen, etwas nicht kaufen zu können, eine Situation nicht mit einem elegant gezückten Geldschein zu lösen…
Ob es jetzt ein Kaufrausch auf einem der Märkte, Malls ist oder die Lokalrunde in der Lieblingsbar – alles scheint käuflich und alles scheint billig und nur darauf zu warten, dass Herr (oder Frau) nicht zusätzlich zu den Bäuchen auch noch ein schweres Portemonnaie(ich werde niemals einknicken!) tragen müssen.
Natürlich ist das nur ein kleiner Teil, aber (zu) viele Leute führen sich in diesem Land auf, als wäre Geld die einzige Sensibilität, die man mitbringen müsste. Nur weil man Eintritt bezahlt, hat man kein Hausrecht in Tempeln, sollte sich trotzdem respektvoll anziehen(und benehmen), links und rechts das Geld schmeißen und zwischen respektvoll und unterwürfig liegt eine feine Linie.
Zumindest in Bangkok wird es auch ermutitgt, wenn man durch die Shoppingmeile der Ratchathewri zieht - das SiamParagon, Central World, MBK, die Straße auf der 10 Einkaufszentren nebeneinander liegen in Dimensionen, die die USA wie den schwachen kleinen Bruder aussehen lassen. Wo man sofort von einem Verkäufer umgarnbt wird(ohne aufdringlich zu sein), wo man 4 Euro für eine Stunde Massage bekommt und alles auf den schnellen Konsum und Genuss ausgelegt ist. Frauen sind hier noch Dekoration und der Kunde mehr als ein König. Um mal wieder einen pfiffigen Bezug zum Titel zu ziehen(ja, geschickte Rundumschläge sind eins der hunerten von Talenten, die man benötigt, um meinen Job hier Beitragender an diesem journalistisch einzigartigen Blog zu bekommen) möchte ich gerne an eine abgedroschene Sache erinnern:
Man kann sich vielleicht viel Dinge kaufen, aber denkt bitte daran: nicht alles was man für Geld kaufen kann, ist auch was wert.
Um mit einem deutschen Zitat zu schließen:
„Ich lege Euch ganz besinders ans Herz, nie zu vergessen, dass die Kultur des siamesischen Volkes viel älter ist als die unsrige(sic!). Nach dem Respekt, den ihr dieser Kultur erweist, wird sich die Wertschätzung richten, die die Siamesen Euch entgegenbringen(sic!)“1

Bilder folgen…dafür jetzt mit Fußnote:)

1: Staatsekretär von Stephan 1890 in Berlin 1890 zu den deutschen Posträten, die das Post- und Telegrafensystem in Deutschland ausbauen sollten.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Mittwoch, 3. Februar 2010

Time after Time

Es gibt diese Woche noch was Neues, bloß ist noch nicht allzuviel passiert, aber sobald ich von meinen Raubzügen auf die Fensterbank abgesprungen bin, stehen die Weichen wieder auf TEXT! Und Informationen:)
 
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