Sonntag, 17. Januar 2010

Island in the Sun

Noch kann ich mein Versprechen halten und diese Woche noch von Weihnachten und Neujahr schreiben:)

Nachdem ich also aus der Sauberkeit Singapurs in das nächtliche Bangkok zurückgeworfen wurde, waren es nur noch 2 Tage, bis endlich auch Imke hier war - dann musste ich auch nur noch 1,5 Tage arbeiten und dann stand uns die Welt offen- zumindest Thailand, denn raus darf ich ja immer noch nicht.
Der Plan war gefasst- auf nach Koh Wai, der Insel abseits von Koh Chang, gelegen irgendwo zwischen Thailand, Kambodscha und dem Paradies.
Unsere Route sah so aus, dass wir zuerst vom Ekamai Bus Terminal nach Trat fuhren, dort mit der Fähre nach Koh Chang übersetzten und dort eine Nacht am Bang Bao Beach übernachteten. Dort war es schon schön genug, mit einem Bungalow direkt am Wasser, ohne Moskitos und alles zu einem sagenhaften Preis;)
Aber die Nähe zu Bangkok und die Ferien haben sich auf Ko Chang bemerkbar gemacht: das "originale Fischerdorf", das so oft angepriesen wird, war vor so original, wie eine Völkerschau, man konnte hunderte von originalen und künstlerisch wertvollen geschnitzten Buddas, Zigarettenetuis, Hippiekleidungsstücken und Fächern alles kaufen, was man braucht, um zu beweisen, dass man wirklich in Thailand war. Die anderen 5 Geschäfte teilten sich dann in Restaurants/Massagesalons, Tauchschulen und 1 Bootsfirma auf.
Aber: Imke hat die besten Banana Pancakes aller Zeiten bekommen, so gut, dass ich jetzt noch neidisch bin und ganz bestimmt nur, weil es ja die Elefanteninsel ist.

Am Morgen des 24. brachen wir dann auf, zu unserer Insel, den Trubel hinter uns lassend und durch mehrere Inseln, dabei immer mehr von unseren Mitreisenden hinter uns lassend; mit jedem Zwischenstopp wurde unsere Gruppe intimer, die Hoffnung größer und mein Hut ein bisschen kleiner, weil mein Grinsen vor Vorfreude imemr größer wurde, als dann endlich "Strand" in Sicht kam...Das Pakarang Resort, ca. 10 Hütten, direkt am Strand, ein Restaurant, eine Rezeption, keine Menschen - wir waren da!
Noch war ich ein bisschen ungläubig, als wir am Steg standen und uns ein Schwarm Zebrafische(Biologen dürfen mich jetzt ungläubig anschauen) begrüßten, ob in der Sonnencreme nicht doch Inhaltsstoffe mit psychedelischem Potential stecken(die durch meine filigrane Auftragetechnik dann erweckt wurden), oder ob wir jetzt wirklich hier Weihnachten verbringen sollten.
Dank Sturmgepäck konnten wir auch sofort in unser Domizil, das am - achtung leereren Teil stand(soweit möglich) und nach einem euphorischen "SachenaufsBettschmeissenund sichfreuen" zog das Wasser uns auch schon magisch an. Am Strand war immer noch keine Seele zu sehen und mit den Kokospalmen als Zeuge bezwang wir die 15 Schritte ins Wasser und ich meine Angst vor kalten Ozeanen(Imke ist da nicht so empfindlich...)
Das Wasser umarmte uns, als hätte es sich genauso sehnsüchtig verzehrt und spülte Hitze, Stress und jedes Gefühl für Raum und Zeit weg. Nach ein paar Stunden ankommen, waren wir soweit, dann doch die Geschenke(muahaha) aufzutürmen,ein paar Bilder zu machen und in de bereits einsetzenden Dunkelheit unser Weihnachtsessen einzunehmen.
Da es keine Kirche gab, haben wir dem Hausschrein unsere Ehre erwiesen, der großen schützenden Schildkröte(wahrscheinlich nicht A'Tuin - Ergebnisse stehen noch aus) und ich musste leider doch eine kleine Enttäuschung hinnehmen: es gab keine Kokosnüsse mehr:( Na ja, dafür wurden Weihnachtslieder gespielt und das gebratene Gemüse an scharfer Soße und gedünstetem Reis hat mich dann zusamme mit einem Bananenshake doch versöhnt;)
Dann gab es endlich Bescherung! Und um das ganze Weihnachten noch unwirklicher werden zu lassen, ließen wir dann den heligen Abend am Strand ausklingen, mit einem Sternenhimmel als Schneeflockenersatz und stat Schneemännern dem Mann im Mond...

In der folgenden Zeit verfeinerte ich meine Technik, Kokosnüsse miteinem Taschenmesser und und meinen Händen zu knacken(immer ZUM Körper), kann Vorleser zu meinen Qualifikationen hinzufügen(Die Stadt der träumenden Bücher) und schmiedete schon Pläne, wie ich es wohl schaffen könnte, einfach dort zu bleiben(mein Masterplan wird nicht verraten, sonst krieg ich Konkurrenz...)
Insgesamt vergingen die Tage wunderschön und vollkommen außerhalb jeder Zeit und allem, was irgendetwas mit der Welt zu tun hat. Bilder sagen mehr als Worte, die Zeit auf der Insel war einfach ein Paradies, ein Ort, an dem alle Gesetze der Welt außer Kraft schienen und auf wunderbare Weise verstärkt,ein Ort, an dem nur das Hier und Jetzt zählt, das Vorher und Nachher wird obsolet und jeder Atemzug durchströmt einen mit der Ruhe des Universums, jeder Blick saugt die ewige Endlichkeit allen Seins ein, mit einem Wort: Empfehlenswert;)
Wahrscheinlich nicht, wenn man "Party" sucht, aber wenn man den gedanken mag, nie mehr als 10-15 Leute auf einmal zu sehen, ist dieses Elysion ein Besuch wert...
Unterkunft auf Koh Chang


Auf dem Weg ins Paradies...Hier trägt der Profi auf...


Das sahen wir jeden morgen als Erstes:)
One man, one coconut - one will live through
Im Schweisse meines Angesichts...

Unsere Insel...


Stille Nacht...

Christmas Time! Blick von der Veranda

Fazit


Da irgendwann aber dann leider doch die Zeit kam, dass wir wieder abfuhren(mit Speedboat in 2 Sekunden in Welt zurück geholt) und uns zurück nach Bangkok machten. Dort wurde die Zeit für ein paar Sightseeing Touren genutzt(unter anderem, ja: Ayuthaya), zum Shopping, aber vor allem war es einfach Zeit, die Imke und ich zusammen geniessen konnten, wenn wir schon aus dem Himmel wieder abreisen mussten, hatten wir wenigstens noch unsere persönliche Wolke in der Stadt der Engel;)
Da das westliche Neujahr nur eines von dreien ist(siehe auch Songkran und das chinesische Neujahrsfest ), ist es in Bangkok vor allem eine Party. Man kann sichvor knapp 4000-5000Baht eine Dinnercruise leisten, für ein paar 1000BHT in einer Skybar etwas reservieren, sich für umsonst, nur gegen den läppischen Preis von Komfort und Bewegungsfreiheit mit tausenden Hier, oder einfach sich selber was suchen. Wir entschieden uns für das Pandanus, eine Bar bei mir um die Ecke mit Sekt, Chamoagner;) und Silvesterparty im zweiten Stock! Auf jeden Fall eine andere Erfahrung, denn man ist ja in anderen Ländern großzügiger, also haben wir wohl mit der thailändischen Version von Wolfgang Petry Liedern(von einer genialen Coverband) in 2010 reingefeiert...An jeden wurden dann noch Handkonfettiknaller vertelt(keine Ahnung, wie die heißen, oder ich die beschreiben könnte) und obwohl das Feuerwerk extrem enttäuschend war, wurden wir vollkommen damit entschädigt, dass es eine geschenkte grüne Brille in Herzform gab - und blonken kann sie auch!:)
Für den perfekten Start ins Jahr(alkoholtechnisch) sorgte dann meine quasi Ernennung zum Geheimagenten - geschüttelt, nicht gerührt. Ja- mein erster Martini, wenn das kein Fortschritt ist, weiß ich auch nicht:)
Etwas spät zwar, aber besser (viel zu) spät als nie, wünsche ich trotzdem allen ein schönes neues Jahr voller Liebe, Erfolg, Freundschaft und was sonst noch so dazu gehört...

Und um das alles erstmal sacken zu lassen, gibt es jetzt nur noch Bilder und diese Woche mehr vom Eisenbahnmarkt...

Time for Tango
Mit Super Brille und Sex on the Beach
Vorgerückte Stunde und roter Sekt(?)
Blei Gießen!


Frohes Neues Jahr Euch Allen!



Bis dahin: Grüße- liebe Grüße

Montag, 11. Januar 2010

It's Been Awhile

Mea culpa! An dieser Stelle wünsche ich allen Leserinnen und Lesern erst mal ein frohes Neues Jahr und hoffe, dass alle erholt sind und so schön rein gefeiert haben wie ich.

Ich habe lange nichts von mir hören lassen, ich weiß, dennoch habe ich meinen Blog nur vernachlässigt, aber nicht ausgesetzt.

Zu meiner Verteidigung kann ich aber anbringen, dass ich wirklich sehr viel zu tun hatte –

Ende des Jahres war ich nämlich noch auf meinem ganz persönlichen eigenen Visarun vom 12.-15. Dezember in Singapur, dem Land der Ordnung und Sauberkeit. Das Gegenteil von Abenteuerurlaub. Heimat der Eskimos(glaube ich zumindest, da alle ihr Haus in einen Iglu verwandelten…)

Thailand mag nämlich das Land des Lächelns sein, aber nicht der offenen Grenzen; deswegen musste ich, im Anbetracht eines bald auslaufenden Visums dann einen Abstecher nach Singapur machen und dort die thailändische Botschaft in das Sightseeing Programm zu integrieren. Singapur, weil die Botschaft dort gut organisiert sein soll.

Gereist wurde diesmal zu dritt, Philipp und Liss, die an der Schweizer Schule sind, braucht auch ein neues Dokument um wieder Asyl zu erlangen und so erkundeten wir Singapur zu dritt, optimistisch und dank lückenhaftem Allgemeinwissens auch ohne Vorurteile.

Nun mag Singapur vor allem berühmt sein als das Land, in dem Kaugummi verboten ist, aber nur wenige wissen, dass auch Homosexualität dort immer noch strafbar ist und dies das einzige Land der Welt ist, in dem man nichts Duty Free einkaufen kann. Soviel zu den Vorzügen und Vorurteilen, kommen wir zu dein Eindrücken, des Platzes wegen in Stichpunkten und Bildern.

Also: Singapur hat 4 Amtssprachen und auch wenn es nicht glänzt, wie in einer Werbung für Bodenreiniger, so ist es doch um Einiges sauber als die Stadt der Engel(wahrscheinlich auch als die in Nordamerika) und was die Mülleimer angeht, ist es ein wenig, wie in einen Zerrspiegel zu schauen…während man in Bangkok stundenlang seinen Müll mitschleppt, fehlt in Singapur nur, dass einem jemand den Müll aus der Hand nimmt.

Interessant war aber, wie gut die 4 Sprachigkeit funktioniert – es sind wirklich alle Schilder in 4 Amtssprachen gehalten: Chinesisch, Hindi, Englisch und Indonesisch. Auch die Mischung scheint sehr konfliktfrei zu sein, auch wenn die Regierung das durch Wohnquoten(zur Verhinderung von Ghettobildung) regelt. In Chinatown hat das dann zur Folge gehabt, dass ich zum ersten Mal in Worte fassen konnte, was ich am Stadtstaat so merkwürdig fand. Es ist alles dort, was man von einer asiatischen Metropole erwartet: Europäer, Shopping Center, viel Essen, Marktstände und Tempel mitten zwischen den Hochhäusern, aber dadurch, dass es so aufgeräumt ist, macht alles den Eindruck, als würde man durch die Disneyversion laufen, alles ist ausgeschildert, organisiert, die Menschen achten auf die Ampeln und man hat ständig das Gefühl, bestimmt gerade irgendeine Regel zu brechen. Verstärkt wurde das surreale Gefühl mal wieder durch die Vorweihnachtszeit; natürlich auch bei 32 Grad, aber hier habe ich es dann einfach wie einem Freizeitpark akzeptiert, wo ja mutierte Mäuse und Enten auch jeden Tag feiern;) Mit diesem Gedanken im Hinterkopf waren dann die Christmas Carolers nicht mehr so schlimm, obwohl ich dann auf einmal den merkwürdigen Drang zu Zuckerwatte, Achterbahn zu fahren und Eis essen hatte.

An der Visastelle hat letztendlich auch alles gut funktioniert, aber wir haben eine Lektion in Höflichkeit und thailändisches Beamtenwesen erhalten. Weil meine Mitstreiter ein „falsches“ Einladungs-/Bürgungsschreiben mithatten und 10 Minuten versucht haben, der Frau zu erklären, dass wir keine Arbeitserlaubnis haben und ihre Kollegen in Thailand sich weigern, das zu machen, was sie uns nahe legte, gab es im Haus das (bestimmt) Verrückte macht, die lückenlose Argumentation „No more argument on this counter!“ und wir waren unserer Audienz entlassen. Glückicherweise haben wir dann doch am nächsten Tag alle unser richtiges Visum bekommen and all was well, wie eine ganz bestimmte Britin jetzt sagen würde.

Viel gesehen haben wir von der Stadt nicht, wir sind viel ziellos durch die Straßen gewandert, aber am spannendsten war immer noch Little India, in dem wir auch wohnten, in einer süßen Hostel die so gar nicht Singapurisch war in der Hinsicht, dass sie bezahlbar war.

Gelohnt hat sich der Trip aber allein schon wegen der Möglichkeit, das Gruppenverhalten von Tausenden von indischen Männern zu beobachten. Denn am Sonntag, dem 13.12.2009 muss wohl irgendetwas Wichtiges passiert sein, denn ganz Little India(und ich meine GANZ!) war vollkommen überfüllt und verstopft mit Indern, die alle nur auf der Straße rumstanden und ihre Schnurrbärte präsentierten. Es war so voll, dass man sich kaum bewegen konnte, aber alle standen nur herum und das Unheimliche an der Situation war, dass es nur Männer waren. Madness in any direction. Keinen einzigen Sari sah man, keine Kurta, die Frauen waren weg – vielleicht können sie sich ja verwandeln, als Ethnologe bleib ich dran;)

Am nächsten Tag war alles wieder normal und aus Sparta wieder Singapur geworden(von wegen Madness, hehe)

So als Abschluss ist Singapur interessant, aber länger als 3-4 Tage bleiben lohnt sich nicht, die Stadt hat im Quest des Perfektionismus und im Bestreben, krampfhaft den „tollen Westen“ nachzuahmen, leider seinen ganzen Charakter verloren. Interessant, aber als Reiseziel extra nicht spannend. Schön- das ganz sicher, aber, um die Worte eines sympathischen Fresinger Hip Hop Quintetts zu sagen: Auch „manches Lied hat den Schwachpunkt, das es zu glatt und perfekt klingt“.

Ach ja, falls irgendjemand weiß, mit wem Singapur mal im Krieg stand, ich würde es gerne wissen, auf einer alten Festung stand immer nur, dass die Kanonen und Waffen durch geschickte Verhandlungen nie gegen „den Feind“ eingesetzt wurden…wer war der Feind!?

Jetzt gibt es noch ein paar Bilder, und morgen schreib ich dann über den Jahreswechsel und Weihnachten – mit Neidbildern;) Aber jetzt bin ich zu müde, weil ich heute um 04.00 zum Flughafen gefahren bin um Imke zurück nach Deutschland zu lassen und meine Borschaft zu verkünden…oder so ähnlich…Ich sollte schlafen…Bis morgen und viel Spaß mit Fotos:)

Sogar die Wuselmärkte sind hier ordentlicher...
Chinatwon - coming soon to a capital near you!
Nee, wat schön, die Orchard Road im Christmas Fever -->Shopping:)
Micha auf nem - na: Stairway to Heaven;)
Und es gibt doch Zigarettenkippen auf dem Boden;)
So siehts mal aus, Tempel und Hochhäuser...

Mittwoch, 6. Januar 2010

Boom!

Ich lebe noch, habe mich gut ins neue Jahr herüber gerettet und brüte mein erstes Neujahrsbaby aus...Bzw. wir, also zu zweit im Moment;)
Da es aber eben zu zweit ist und ich im Moment viel anderes tue, als meinen Blog zu schreiben, dauert es lange. Aber ich arbeite dran. So als quasi Trailer kann ich ja ein paar Stichworte fallen lassen:
Weihnachten auf der einsamen Insel, Silvester de Luxe, mein erster Martini, der berühmte Eisenbahn-Markt und Tropenkrankheiten.
Bald, versprochen! :)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

I wish...


ich hätte gerne Urlaub...

Dienstag, 8. Dezember 2009

Happy X-Mas (War Is Over)

Ein Traum in Glitzer...
Nun ist wieder eine Woche rum, ein langes Wochenende auch und heute melde ich mich mit Neuigkeiten von meiner Wohnsitutation, mit Weihnachtseindrücken und noch einigem zurück, das wohl unter „Sonstiges“ fällt.
Der Titel liegt heute am Datum und passt glücklicherweise zu mindestens einem Thema.
Fangen wir an mit meiner Wohnung. Ich wohne jetzt im (je nach Lichtverhältnissen) wunderschönen Pintak Court, ungefähr 10m Luftlinie hinter dem Hotel, in dem meine Nächte in Thailand begannen. Es ist ein Komplex, der aus zwei Gebäuden besteht, mit Wohnungen in mindestens 2 Größen. Wenn man herein kommt, steht man erst einmal unter dem größeren Gebäude und fühlt sich ein wenig wie in einer Tiefgarage. Wenn man sich davon jedoch nicht entmutigen lässt, dem Wachmann(24h Security, mir kann also überhaupt nichts passieren;) ) Hallo sagt, dann sieht man, wieder unter freiem Himmel einen kleinen Hof, auf dessen anderer Seite ein 6 stöckiges Haus liegt. Die Farbe blättert an ein paar Stellen, aber das macht nichts. Es gibt sogar einen Swimming Pool, doch hab ich den bis jetzt nicht entdeckt.
Mein Einzug begann also am Donnerstag Abend, denn irgendwie hatte ich mein Zimmer über der Pizzeria doch nicht so richtig lieb gewonnen.
Nach der Arbeit also, alles schon gepackt, hatte ich mir den heißesten Tag seit langem ausgesucht um mal wieder in die oberste Etage zu ziehen und zu bemerken, dass ich schon wieder weit über Sturmgepäck hinaus bin und einkaufen gehen eben doch auch andere Konsequenzen hat…
Nach ca. 2 Stunden war ich aber soweit umgezogen ausgepackt und aufgehängt um daran zu denken, was ich jetzt wohl essen könnte, was ich zur Verschönerung des Raums beiträgt und wie es sich wohl schläft.
Ein paar Fragen ließen sich auch schnell klären, denn Nahrung gibt es ja bekanntlich immer und als das Feuer in meinem Mund langsam nachließ, fiel ich auch schon müde ins Bett.
Mein Zimmer jetzt ist also sauber, mit Kühlschrank, Bett, Tisch und ein paar Schränken sowie einem Bad komplett mit Möbeln und ich konnte mich sogar wieder mit einem Spiegel rasieren, eine Versuchung,d er ich aus Nostalgie fast nicht nachgegeben hätte, aber da ich die interessanten Muster in meinem Gesicht nicht vermisse, nahm ich das Angebot doch an.
Eine warme Dusche hab ich auch wieder, die Wahl zwischen Klimaanlage und Ventilator, und sogar direkt nebenan ein Restaurant mit gutem Ruf(„Just One“).
Hier werde ich wohl die nächsten paar Monate zubringen und jetzt, nachdem ich an diesem Wochenende endlich die Möglichkeit geschaffen habe, Kaffee zu machen, kann ich auch wunderbar brütend tief in der Nacht über meinen Welteroberungsplänen sitzen und schwarzes Gold trinken;)

Davon abgesehen konnte ich das lange Wochenende(der König hatte ja Geburtstag – 82 stolze Jahr) nicht so nutzen wie ich wollte, nach Chiang Mai gab es schon Anfang der Woche keine Tickets mehr(obwohl ich stolz auf Thai mein Anliegen vortragen konnte. Ich konnte sogar sagen, dass ich am 4. Dezember einen Schlafwagen in der zweiten Klasse wollte…) und nach Kenchanaburi(zur Death Railway) ging es auch nicht, weil ich alleine kein Bock hatte…
Stattdessen habe ich die Zeit genutzt um mich inmitten einer französischen Siedlung,(also gefühlt, die einizgen Thais, die ich gesehen habe, waren Angestellte - und inmitten der schweren Rotweinwolken hörte ich erstaunlich oft "Ouai" und anderen französischen Small Talk), dem Carrefour Kaufhaus auf der Rama IV mit ein paar nötigen Dingen einzudecken(Alkohol und Süßigkeiten) sowie einem Mülleimer und so…dabei habe ich entdeckt, dass die Thais sich mit Salzsäure die Haare waschen und das Gefühl, dass jemand einem eine mit Widerhaken besetzte Nadel unter die Kopfhaut sticht um dann eine Mischung aus Salz und flüssigem Blei über den Kopf zu gießen, als „erfrischend- sauberes Gefühl“ empfinden. Na ja, wenigstens leuchtet das Shampoo schön blau – irgendwo hab ich auch ein Bild davon.
Ich kann Kaffee nachen!!

Die Zutaten meiner ersten Mahlzeit im neuen heim: Ramen Nudeln, Sojabohnen, Chilis und Broccoli(denn keine Mahlzeit ist vollständig ohne Broccoli)


Und so lecker sieht es dann fertig aus...

Den Rest des Wochenendes verbrachte ich mit ausgiebigen Spaziergängen, romantischer Musik bei Kerzenschein und mit Zuhören. Fast.
Also die Spaziergänge stimmen, denn ich wollte mal ausprobieren, ob Bangkok wirklich so Fußgänger unfreundlich ist, wie ich dachte. An den Hauptstraßen gibt es Bürgersteige, aber an Hauptstraßen entlang zu laufen, macht eben auch wenig Spaß, zumal dann auch die Sonne noch täglich brennt.
Auf Maloche plane ich momentan die Weihnachtsfeier für die KTN des Goethe Instituts und für Schüler aus umliegenden Schulen. Es wird Kekse (alkoholfreien) Glühwein zuerst und später welchen mit Schuss geben; Plätzchen, einen Weihnachtsmann, dass Lukasevangelium und und und... Aber ohne mich, denn ich bin dann am Flughafen und hole Imke ab und dann trennen uns nur noch ein paar Tage von Weihnachten auf Ko Wai! :)
Also hab ich Ablenkung in den kühlen Weiten des Weihnachtsrummels gesucht.
Die großen Kauf- und Bürohäuser lassen es sich natürlich nicht nehmen, alles weihnachtlich zu gestalten und die sehr homogen buddhistischen Thais mit dem Geist von Jesu Geburt anzustecken und Schneemänner und Winterlandschaften in die Sonne zu stellen.
Das Siam Paragon hat einen Kristallweihnachtsbaum aufgestellt, neben riesigen Weihnachtskugeln, die als Springbrunnen umfunktioniert sind und es wurden riesige Bögen aus Mistel- und Tannenzweigen gespannt.
Dazu laufen ehrliche alte Weihnachtslieder („Stille Nacht“, „O Tannenbaum“) - übrigens wirklich auf Deutsch – und es fühlt sich fast so an, wie auf einem deutschen Weihnachtsmarkt. Fast, wie gesagt, denn die Biergärten, die vor dem Central World stehen lassen auch den imposanten, 15 Meter hohen Weihnachtsbaum etwas von seinem ehrlichen Charme einbüßen und während ich so gemütlich mein frisches Hemd voll schwitzte, kam mir immer wieder der Gedanke, dass die wirklich immer früher anfangen, mit dem Weihnachtskram. Es fühlt sich einfach nicht an wie Weihnachten. Viel zu warm. An Weihnachten gibt es keine Palmen, keine tropische Hitze, es passt einfach alles nicht. Aber dann wurde ich zum Glück doch noch versöhnt. Als ich eins der besagten Kaufhäuser betrat und mir dann doch winterliche Temperaturen entgegen schlugen, wurde mein Herz von etwas berührt, dass dann doch den Weihnachtsgeist in mir anregte. Hinter all dem viel zu überladenem Konsum, der Werbung, den unpassenden und kitschigen Dekorationen draußen, hörte ich „Last Christmas“ und alles war wieder gut.

Weihnachten kann kommen.


Was man auf diesem Bild nicht sieht, sind die 30° im Schatten um 09.00Uhr morgens

Quantität statt Qualität
Die Palmen zerstören den Gesamteindruck etwas...
Weihnachten wirft seine Schatten - oder bin ich das bloß?
Hübsch, aber küssen musste ich ihn nicht...;)


Und so bezaubernd sieht es dann Nachts aus...


Gruselig irgendwie...

Dienstag, 1. Dezember 2009

Moving to L.A. (oder so...)


Zum Ausgleich für die letzte Woche fange ich diesmal mit einem spirituellen Bild an...

Nachdem die letzte Woche ein wenig negativer klang(zumindest subjektiv) hatte ich in der letzten Woche eine kleine Atempause. Dies war auch nötig, denn in der Zeit ärgerte ich mich leider ein wenig mit meiner Entsendeorganisation herum, die anscheinend nicht verstand, dass es für mich ein wenig problematisch ist, 6 Monate alte Kontoauszüge von nicht mehr existenten Konto zu beschaffen. Aber lassen wir dies hinter uns…alles ist eins, wie der Buddhist so schön sagen würde.
Abgesehen davon brachte die letzte Woche mir einen (hoffentlich) temporären Umzug von ungesicherten, prekären Wohnverhältnissen in romantische prekäre.
Also genau das richtige Maß an Dreck, um es mit „The Beach“ aufzunehmen und jeden Luxusverachtenden Hardcore Backpacker zu erfreuen und genug, um abends zu versuchen, möglichst lange woanders zu sein – es ist gut für Überstunden;)
Wie kommt es zum kurzfristigen Umzug? Nun, mein Zimmer im „Laundry 88“ (was übrigens uneingeschränkt zu empfehlen ist!) war leider ab dem 29. November wieder belegt. Deswegen musste ich dann auch raus. Da aber meine neue Wohnung(hoffentlich) erst ab dem 2. oder 4. Dezember frei ist, musste eine Zwischenlösung her, was ich nicht wirklich das ‚going native‘ erproben wollte.
Meine Wahl fiel(aus Gründen der Bequemlichkeit) auf eins der zahlreichen Guest Houses in meiner Straße und (aus Gründen der Finanzierung) auf ein bestimmtes über einem italienischen Restaurant. Es ist ein einfaches Zimmer mit Bad und Ventilator(was bei den jetzigen lauschigen Temperaturen von lächerlichen 32° reicht) und Bett und Stuhl. Was fehlte, sollte ich erst zu spät bemerken…
Nun ja, da Bangkok auch für Leute wie mich gefährlich verführerisch ist, habe ich mittlerweile doch viel mehr Zeug als ich brauche(ich glaube in weniger als 3 Monaten Bangkok habe ich mir mehr neue Klamotten gekauft als min 3 Jahren Marburg) und so war leider doch nicht alles in einem Gang zu schaffen. Wenigstens bot ich den Leuten auf der Straße ein Schauspiel und manchen bestimmt auch noch etwas Gewinn, denn ich schwöre, sie haben gewettet, wie viele Tüten ich beim nächsten Mal trage;)
Aber durch Autosuggestion(„Sie lachen immer MIT Dir..“) war ich dann doch nach 3 Mal gehen fertig und konnte meine Sachen auspacken – dachte ich.
Denn: auspacken geht nicht wirklich in einem Zimmer in dem der Schrank fehlt und in dem ich darauf achte, immer etwas zwischen meinen Sachen und dem Boden liegen zu haben…
Ein paar Dinge wie Handtuch und mein (wahrscheinlich nie wieder benutztes) Sakko konnte ich auf meine Wäscheleine über dem Bett hängen, die aus einem missbrauchten Internetkabel und meinen Knotenkünsten besteht , der Rest ist in strategischen Häufchen und Türmen auf dem Boden verteilt – aber immer mit Untersetzer.
Ich hätte eine perfekte Sicht nach draußen auf die Straße, wenn da nicht die Stahllamellen vor wären, aber wenigstens lassen sie Luft rein(und Mücken wie ich gemerkt habe – 6 Stiche in einer Nacht ist Rekord J ) und durch meine Anbindung an „Kenny’s Guest House“ direkt nebenan und dem „Budget Hilton“ in direkter Nähe habe ich einen guten Einblick in das Leben der britischen Sexpats und thailändischem Techno genießen können. Übrigens riecht italienisches Essen gar nicht so gut, wie viele behaupten…vielleicht ist es aber auch nur die Mischung mit den Düften in meinem Zimmer.
Als Ersatz für einen Spiegel im Bad habe ich eine schicke Neonröhre bekommen und in Kombination mit der Lampe unter der Decke habe ich auch tatsächlich genug Licht, um mit jedem Satz den ich lese, die verlorenen Dioptrien abzustecken;)
Falls mich übrigens irgendwelche Biologen besuchen wollen, beeilt Euch, bald verlasse ich meine Schimmelkultur im Bad;)
Aber erstaunlich gut habe ich trotzdem geschlafen, denn ich bin nicht mehr auf der Sonnenseite, das macht die Hitze des Tages viel(!) erträglicher… Und: ich bin wieder 5 Minuten näher an Goethe Institut, Lumpini Park und U-Bahn, wenn alles klappt ziehe ich das ächste Mal wieder 5 Minuten näher an alles. ich mal irgendwann mal eine Karte meiner Umzüge:)

What else? Hmm…Ah ja, ich war mal wieder in Ayuthaya! War auch das zweite Mal schön und dank meiner perfektionierten Organisation war es auch kein Problem, ganz alleine(also ohne Begleitung anderer Deutscher) den Trip zu organisieren und durchzuführen.
Den Zug haben wir gut bekommen, wieder ein TukTuk gemietet und ich hab es sogar hinbekommen, ganz unauffällig ein paar andere Sachen zu sehen.
So gab es diesmal den berühmten Buddhakopf in den Baumwurzeln(siehe oben), Elefanten von ganz nahem(aber ich bin nicht geritten!) und einen chinesischen Tempel mit dem ältesten großen Buddha Thailands.
Wieder hat mich die unheimliche Atmosphäre des Ortes eingefangen, wieder die merkwürdige Diskrepanz zwischen TukTuk Karren von einem Tempel zum anderen irgendwie irritiert und wieder war ich beeindruckt von der Alltagstauglichkeit des thailändischen Buddhismus. Es ist vollkommen normal, mitten im Gebet an sein Handy zu gehen, Fotos von allen Dingen zu machen(auch in Posen mit Peacezeichen) und es wird selbstverständlich überall gegessen und getrunken.
Andererseits habe ich auch die Grenzen der Toleranz gespürt: es wird nicht geduldet, wenn man ein Bild macht, bei dem man sich hinter eine kopflose Buddhastatue kniet, so dass man wie der Kopf der Statue aussieht, es wird auch nicht geduldet, dass man größer als der „eingewachsene“ Kopf des Buddha ist(man muss knien) und wird man mit solchen Bilder erwischt, wird man freundlich aufgefordert, diese zu löschen.
Auch schlechtes Benehmen ist es, an die Stelle einer Statue oder auf das Gleiche Bild zu gehen und die Pose nachzuahmen…ähnlich unpassend, wie vor einem Bild der Kreuzigung den gekreuzigten Jesus zu spielen. Und auch, wenn die Thais nichts sagen, heißt das nicht, dass man gerade nicht allen Respekt verloren hat und alle Vorurteile über die dummen und unkultivierten Farangs bestätigt hat.
Mir hat der Ausflug sehr viel Spaß gemacht, nur leider meiner burmesischen Begleitung scheinbar nicht…zu heiss und zu viel rumlaufen;) Na ja, nächstes Mal gehen wir wieder shoppen:)
Diese Woche freue ich mich auf meine Wohnung, auf das Open Air Kino, das am Mittwoch anfängt(mit Hanami) und auf das lange 3 Tage Wochenende zu Ehren des Königs Bhumipol! (Hoch soll er leben!), das ich vielleicht nutze, um nach Chiang Mai zu fahren(dauert 10 Stunden…).

Ansonsten bis bald und auch wenn es nicht viel Neues gibt, soll es doch ein paar Bilder geben und gute Laune für alle in die neue Woche…Dann erzähle ich was über Weihnachten;)


Das isser, der Riese...


In der verbotenen Erobererpose(aber es hat grad kein Thai geschaut;) )

Ganz entspannt im Hier und Jetzt, denn früher gab es hier nur Krieg...


Natürlich darf mein Lieblingsgott nicht fehlen:)

Extra für Imke: der dicke Buddha mit den Schweinen an seiner Seite

Und am Ende kommen doch Touristen...



So weltlich können Opfer sein - auch Götter sind nicht zu alt Winnie the Pooh!





Meine alte Heimat...man mag das Chaos verzeihen

Mein altes Bad


Mein jetziges Zimmer, Chaos aus Platzmangel, da war erst die Hälfte meiner Sachen hier;)

Mein neues Bad:)




Nachtrag: Gerade bin ich angerufen worden, dass ich morgen in meine neue Wohnung kann:)

Montag, 23. November 2009

Something Stupid…

...ich würde an dieser Stelle ja gerne wieder Menschen, Tiere, Sensationen(mindestens!) bieten, doch irgendwie hat diese Woche da nicht viel Potential zu…deswegen hier nur Zufälliges und ein paar Begebnheiten der letzten Woche.
Irgendwie hat beim Schreiben nichts ein solches Gewicht, wie die Aufgabe, absolut nichts zu stemmen…Packen wir es also an, was brachte diese Novemberwoche, die letzte, bevor die Adventstage beginnen?
Einen Montag mit ohne Ladenschluss; gut, dass ist hier in Bangkok normal, doch auch ich hatte einen sehr späten, denn nach Einigem Hin und Her, kafkaesken Briefwechseln mit deutscher Botschaft in Yangon und myanmarischer Diktatur Regierung auf der anderen Seite, hieß es dann doch, dass jetzt due zweite Gruppe aus Burma schon am Montag ankommen sollte.
Das Vorspiel dazu lief folgendermaßen: Freitag(wir erinneruns uns: ich bin noch in Khon Kaen…) ruft mich die Leiterin der Sprachabteilung an, als ich gerade dabei bin, in feinstem West Virginia Bauernenglisch meine eigene Person vor dem versammelten Dekanat der Khon Kaen Uni vorzustellen. Mein späterer Rückruf ergibt, dass die Gruppe am Montag kommt, um 10.35h vormittags und ob ich sie abholen könne, denn sie ist leider noch in Chiang Mai. Routiniert sage ich ja, und unser Gespräch endet mit der Vereinbarng, dass alle wichtigen Infos auf meinem Schreibtisch(ja! Ich habe einen eigenen Schreibtisch! Zwar der kleinste im Institut, aber meiner…)liegen werden, inklusive deren Taschengeld und weiteren Instruktionen(was immer die auch sein mögen). Gut, auflegen, Verdrängen.
Samstag, eine SMS: „die kommen doch nicht, haben noch keinen Reisepass bekommen“.
Sonntag morgen, ich würde gerne ausschlafen, SMS um 08.01Uhr morgens: „Sie kommen doch!“
Zu müde um drüber nachzudenken…
Montag morgen erwartet mich eine E-Mail einer Mitarbeiterin der Botschaft mit der b Itte um Entschuldigung, dass sie jetzt doch nicht kommen und dass es ihnen auch Leid tue, aber die Behörden in Myanmar hätten Kernkompetenzen, die nicht im Fokus auf Kooperation liegen, die Lehrerinnen kommen erst am Mittwoch.
Schön, denke ich, Atempause.
Dann gegen 11.0Uhr Ortszeit erreicht uns alle(warum alle hier weiß auch keiner) eine unkommentierte Mail mit Inhalt einer Flugbestätigung.
Heute, 21.35Uhr.
Keiner weiß, was los ist, die Einzige, die es wissen könnte ist noch in Chiang Mai, wollte aber mittags vorbei kommen. Also spielen alle das ganz normale „War was?“ (siehe übrigens auch bitter ) und wir warten.
Und warten…
Und warten…
Als wir einsehen, dass auf besseres Wetter warten nichts bringt bei 35° und Sonne, kommt dann doch noch die ersehnte Antwort herein, um ca. 16.00Uhr.
Bringt aber leider auch keine neuen Erkenntnisse, vielmehr wird eher eine befürchtete Ahnung zur Tatsache.
Alle hier wissen natürlich, wer auf relativ gut Glück zum Suvarnabhum fahren darf.
Ich war also um 21.00Uhr da. Und wartete.
Und wartete.
Und wartete.
Und wartete.
Eine Uhr läuft mit bösem Blick nicht schneller und ein verzweifelter Blick in die den Flugzeugen aus der ganzen Welt entströmenden Menge verwandelt leider niemanden darin in eine burmesische Lehrerin auf der Suche nach einem Schild vom Goethe Institut.
Gut, ich hatte auch noch keins, aber um 23.00Uhr beschlich mich dann eine Panik und mithilfe eines fast sauberen Zettels und eines fast Goethe-grün schreibenden Kugelschreibers bastelte ich mir mein Eigenes.
Um 23.30Uhr war es dann wieder Zeit für einen historischen Moment: ein paar fragende Augen richteten sich auf mich, formulierten auf Deutsch die Frage, ob ich vom Goethe Institut sei und folgten dann mit der Aussage, dass die Kolleginnen noch hinten seien und sie diese eben noch abholt. Dieser Flughafen ist übrigens tatsächlich unübersichtlich und mit jedem Mal, die ich dort bin(was immerhin schon 10-mal der Fall war in gut 2 Monaten), bin ich fasziniert davon, wie die ganzen Menschen sofort den Ausgang finden können…
Lange Geschichte knapp zusammen fassen:
Um 00.30Uhr war ich im Bett, hatte die Frauen im Guest House abgesetzt, mit dem Versprechen auf morgige Abholung, ein wenig gezwungenem Small Talk und fiel irgendwann dann doch in einen Schlaf.
Die Woche selber brachte nicht viel Spannendes, außer, dass irgendwie die Stimmung nicht so entspannt scheint, wie bei der ersten Gruppe. Dafür mache ich wohl diesmal einen offeneren Eindruck, denn am Dienstag um 22.00Uhr klingelte mein Telefon, am anderen Ende war ein freundlicher junger Mann namens Stan, der mir erklärte, dass er gerade mit den Frauen aus Burma am Victory Monument stehe und sie nicht wüssten, wo sie hin müssen. Ob ich ihm sagen könne, was er dem Taxifahrer sagen soll…

Sonst war ein Highlight, dass wir am Freitag im Kino waren, denn im Moment ist hier das European Film Festival, mit Filmen aus ganz Europa(wer hätte das gedacht?!) und dem Film „La Paloma“ als deutschem Beitrag.
Der Film ist eine Dokumentation und beschäftigt sich mit der Herkunft des Liedes, dass ihn Deutschland (scheinbar) zum besten Song des Jahrhunderts gewählt wurde(? Ich wurde aber nicht gefragt…- und wieso taucht dieser großartige Song denn nicht hier?!, also keine der geschätzten 3000-4000 Versionen…).
Fazit: der Film ist ganz nett, manches ist interessant(ich weiß jetzt, wie man eine Hawaii Gitarre stimmt und das ein Baske den Song zwischen 1850 - 1880 geschrieben hat-vielleicht auf Kuba), aber insgesamt wirkt das Konzept nicht ganz ausgegoren. Es wird gezeigt, dass irgendwo in Osteuropa;) der Song als Grablied gespielt wird, in Tanzania dagegen als Hochzeitslied, während Deutschland nur repräsentiert ist mit „Große Freiheit Nr.7“.
Auch wenn es Geschmackssache ist, hätte die Version in einem bekannten deutschen Dialekt schon irgendwie reingepasst, mir als deutschem Kulturwissenschaftler fehlte sie jedenfalls.
Was noch gesagt werden sollte, ist, dass jede Version auch einen andern Text hat, also ist nur die grobe Melodie angewendet, weswegen auch viel des Charmes der Idee nicht rüberkam.
Dafür hab ich einen kleinen Eindruck vom deutschen Winter gehabt denn im Kino war es so kalt, dass meine Nasenspitze sich in eine rote Schneemannkarotte verwandelte.
Übrigens gibt es das Lied scheinbar auch auf burmesisch(weiß ich aber nicht aus dem Film).
Abends hätte es das „Fest der Deutschen“ gegeben, aber wie es nunmal so ist, holt auch mich die Vergangenheit ein. Scheinbar habe ich im September vergessen, mich schriftlich irgendwo einzutragen, so dass ich keine Karte hatte und vor (für mich) geschlossenen Türen der exklusiven Gesellschaft stand. Angesichts meiner Laune weiß ich auch jetzt noch nicht, ob das schlecht oder vielleicht sogar gut war(denn auf soziale Anlässe und schon wieder „Gute deutsche Küche und Gemütlichkeit“ war ich gerade irgendwie nicht gepolt).
Das Wochenende verging auch irgendwie ereignislos, nur am Sonntag war ich mit „meinen Schützlingen“ auf dem Chatuchak Markt.
Es gab wieder Einiges zu kaufen (auch für mich, wobei eins wirklich aus der Not geboiren war). Die Begleiterinnen hatten am Ende jeder 6 Tüten in der Hand, so dass wohl jeder zufrieden war. Auch ich habe diesmal wieder weitaus mehr mitgenommen, als bloße Textilware aus ominösen Fabriken: die Erfahrung, bei 25° im Schatten zu frieren!
Ich dachte wirklich, jetzt ist Winter, deswegen musste ich mir auch einen Kapuzenpulli kaufen, das Beste Kleidungsstück der Welt!
Gab es leider in meiner Farbe nur noch in einer Größe, dafür habe ich jetzt eine zweite Haut und man erkennt mich sofort als deutsche Wurst;)
Also doch etwas SpannendesJ Oder so ähnlich

Und: ich darf doch nicht nach Singapur – jedenfalls noch nicht. Mein Visumsverlängerungstermin ist jetzt verschoben worden auf den 12. Dezember, denn dann sind die Flüge billiger. Und da ich der einige bin, der in den Genuss von Spesen kommt, müssen wir alle warten. Für suboptimal in mehr als einer Hinsicht, aber so funktioniert Demokratie nun mal.

Diese Woche also nicht viel wirklich Neues und auch keine Bilder, vielleicht später noch ein paar wahllose, das kommt auf meine Zeit an…

Was will ich noch mitteilen?
HAARE! Sie wachsen einfach, jeden Tag! Meine werden schon wieder ganz schön lang…

Man merkt, die Qualität lässt nach, ich brauche Urlaub...

So long und einen schönen Start in die Woche,

Micha
 
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